Wie auch schon an den letzten Tagen, sitze ich am Strand. Am Boot ist es definitiv zu heiß um sich entspannen zu können. Habe mir mein Strandlager wieder neben dem Kiosk mit der freundlichen Verkäuferin aufgeschlagen. Hier habe ich meine eigene Ecke zwischen der Seitenwand des Kiosks und der Natursteinmauer, die den Strand zu den Gärten der Ferienhäuser hin abgrenzt und mir zumindest ab 14:30 Uhr einen, einen halben Meter breiten Schattenstreifen spendet.
Ich mache jetzt schon fast 1 Woche "Urlaub", wenn man das in meinem Fall so bezeichnen kann. Ich, ne Woche am Strand!? War ich doch eigentlich nie so der Strand-Typ! Es war mir immer irgendwie zu langweilig. Ich brauchte immer ein wenig Action. Und jetzt gehe ich schon den 5. Tag in Folge hin!? Alleine!? Wahrscheinlich brauche ich jetzt GENAU DAS!
Es tümmeln sich nun zwar von Tag zu Tag mehr Menschen hier am Strand, aber es ist immer noch bedeutend ruhiger, als ich das von meinen Strandurlauben in der Hochsaison kenne. Ist es diese Ruhe, die mich immer wieder hinzieht? Das einfach mal nichts tun müssen und für nichts verantwortlich zu sein? Und warum wird mir nicht langweilig, wo ich es doch in der Vergangenheit keine 2 Tage am Stand ausgehalten habe?! Ich mache nicht viel. Gehe jeden Tag 2-3 Mal für eine Zeit ins Wasser und lasse mich einfach treiben, hole mir mal ein Eis, einen Cappuccino oder ein kühles Blondes. Hin und wieder schreibe ich auch ein paar Zeilen aber die meiste Zeit denke ich einfach nach. "Sinniere" vor mich hin...
Wie wird diese Geschichte, die ich gerade schreibe, die Geschichte meines Lebens, wohl enden? Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht! Fehlt mir die Kreativität, die Lösungen, die da draußen sicher auf mich warten, zu sehen? Oder bin ich immer noch zu sehr in alten Konditionierungen gefangen, die diese Geschichte wohl zu einem unspektakulären, weder MICH noch den Leser, der unter Umständen gefallen an der Geschichte findet, unbefriedigenden Ergebnis, quasi einem "Unhappy-End", bringen wollen?
Ich glaube an Kreativität mangelt es mir nicht. Eher an der Motivation, der Kraft, einen weiteren großen Schritt in eine unsichere Zukunft zu gehen. Wenn ich "unsicher" schreibe, dann meine ich das eigentlich nur im Sinne von finanziell unsicher! Bei allem anderen bin ich mir (fast) sicher! Ich WEIß, dass mir manche Versionen einer möglichen Zukunft mehr Erfüllung bringen würden, als das, mit dem ich mich in letzter Zeit, ja die letzen Jahrzehnte konfrontieren musste. Ich glaube ich weiß, was ich will, was ich kann, wo meine Grenzen sind, was ich noch alles interessantes lernen möchte und vor allem WOFÜR MEIN HERZ BRENNT. Nur getraue ich mir das, als gelernter Wohlstandsgesellschaftler und jemand, der leider immer noch zu viel Wert darauf legt, was andere von ihm denken könnten, oft selbst nicht einzugestehen.
Klar gibt es auch Momente des Selbstzweifels. Wer mich kennt, weiß dass ich eben mal so bin! Aber diese sind, wenn man sich ansieht, was ich in den letzten Monaten in die Wege geleitet, organisiert, repariert, erlebt und vor allem gelernt und duchgestanden habe, wohl eh unangebracht! Ich glaube, wenn man etwas so richtig gern macht, mit all seiner Leidenschaft, dann kann man es nur gut machen. Und wenn man etwas gut macht, sollte sich doch auch ein gewisser Erfolg einstellen! Und das ist jetzt nicht mal nur so dahingeträumt, sondern eigentlich die logische Folge, oder? Was meint ihr?
An Austrian guy's sailing, boat refitting and liveaboard experiences
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15.06.2019 - Nur so dahingeträumt?
Labels: Segeln, EOL30, Sotas Botvarv, Dalmatien
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13.06.2019 - Gleiten statt hetzen
Ich starte in den Tag, indem ich zum wiederholten Male versuche einen "segelbaren" Turn, für die vorerst letzte Woche, die ich hier alleine verbringen werde, auszuarbeiten. Es weht kein wirklich brauchbarer Wind und das Bisschen bewegte Luft, dass es in den nächsten Tagen geben wird, wird lt. Prognosen aus irgendwelchen wechselnden Richtungen kommen. Die eineinhalb Tage öde Einhand-Motorfahrt während des letzten Turns reichen mir für's Erste. Bei dieser Affenhitze tue ich mir keinen 18 PS Motorboot Turn mehr an!
So launche ich das Dinghy und rudere einkaufen. Wenigstens ein wenig Bootfahren. Noch ist es nicht zu heiß zum Rudern! So setze ich über zum ULTRA-Markt, quer über das Hafenbecken. Mein Dinghy besteht aus einigen separaten, aufblasbaren Kammern, die unten rum quasi einen "Kiel" bilden! So lässt es sich relativ kursstabil rudern und gleitet auch super über die Wasseroberfläche. Mit meinem Edel-Dinghy schaffe ich die, lt. Navionics 0,1 NM zur Mole auf der gegenüberliegenden Hafenseite, wo ich mir einen freien Anlegeplatz zwischen den Fischerbooten suche, in wenigen Minuten.
Auf dem Rückweg kreuzen 2 Motorboote meinen hart angelegten Kurs zurück zu meinem Liegeplatz in der Marina und verhindern somit eine noch schnellere "Passage" quer über den Hafen. Grummel .... Ja, irgendwie bin ich immer auf der Suche nach neuen persönlichen Rekorden, wie es scheint! Ein Relikt aus 43 Jahren Leben in einer auf Leistung und Erfolg getrimmten Gesellschaft?
Nachdem ich die Hälfte des zuvor im Laden entstandenen Vanillestrudels verspeist habe, packe ich meinen Seesack. Strand-Handtuch, ein Packerl Marlboro Gold, Feuerzeug, Handy, Bargeld und eine der billigen Schaumstoffmatten, die ich vor ein paar Wochen für Tinas Cockpitbänke zugeschnitten habe, jedoch noch nicht wirklich in Verwendung hatte. Auch ich lerne irgendwann mal dazu! 2 Tage lang habe ich mir auf dem Schotter den Arsch wundgesessen. Das konnten die jeweils 2 eiskalten Bierchen, die ich am Kiosk erstehen konnte und im glasklaren Wasser sitzend zu mir genommen habe, auch nicht ausgleichen. Nein, heute werde ich so weich sitzen, wie die Prinzessin auf der Erbse damals wohl gebettet worden ist.
Obendrein packe ich noch ein Notizbuch in den knallroten Seesack mit der Aufschrift "MAX", welchen ich sonst für mein Ölzeug verwende. Ich habe lange nichts mehr geschrieben. Die Zeit war wahrscheinlich zu turbulent?! Ich habe einige spannende und entspannende, aufregende sowie langweilige und auch recht "prekäre" Erlebnisse gehabt, Besuch empfangen und auch ein paar wirklich nette Boots-Nachbarn kennengelernt. Manfred und Gabi aus der Steiermark, sowie Wolfgang und Ingrid aus meiner Heimat, dem Waldviertel. Die Steirer sind Motorbootfahrer, die Waldviertler Segler wie ich. So gibt es natürlich mit beiden Pärchen allerhand Stoff für nette und lehrreiche Gespräche. Die 4 sind wirklich sehr lieb, und vom, ich glaube, selben Menschenschlag wie ich!
Frage mich, ob es immer dieselbe Art von Mensch ist, die die Freiheit und Ruhe, aber auch das Abenteuer auf dem Meer sucht!? Wahrscheinlich ist es so. Ich habe hier unter den Eignern noch keinen kennengelernt, der nicht freundlich, hilfsbereit, herzlich, offen für Neues und die Ansichten anderer wäre.
Auch die Einheimischen sind größtenteils mega entspannt! So eine Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden, kenne ich von zu Hause ebenfalls nicht. Hier wird einem oft für wenig Geld geholfen. Luka hat mir zum Beispiel bei Vielem, wie etwa bei der Organisation des neuen Dinghy-Motors geholfen, ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Die Menschen haben hier oft nicht viel! Sie hätten meine in den vergangenen Monaten oft missliche Lage schamlos ausnützen können, um so ein wenig vom Kuchen der mitteleuropäischen Wohlstandsgesellschaft abzubekommen, aber sie taten es nicht! Warum? Ist das pure Nächstenliebe? Vielleicht! Ich denke aber, dass der Grund darin liegt, dass die Leute hier, mit dem was sie haben, doch meist "gut" über die Runden kommen und nicht zwanghaft immer mehr wollen!
Das macht vermutlich den Unterschied! Wir Mitteleuropäer sind auf permanentes Wachstum (leider nicht auf persönliches Wachstum, sondern wirtschaftlich gesehen) gedrillt. Höhere Gewinne, mehr Einkommen, eine bessere Position, ... es ist ein permanenter Kampf um mehr; und das zu Kosten unseres Lebens! Wenn wir uns ehrlich sind: Arbeiten wir nicht nur deshalb so viel und verbissen, damit wir es uns eines Tages im Ruhestand gut gehen lassen können? Damit wir dann genug auf der Seite haben, um das zu tun, was wir immer schon wollten? Mit 65!? Die nach den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geborenen wohl erst mit 70 Lebensjahren?! Bis dahin üben wir tagtäglich eine Tätigkeit aus, die uns womöglich gar keine Erfüllung bringt, nur um den entsprechenden Reichtum anzuhäufen, damit wir in Rente endlich zu leben beginnen können!
Es muss doch schön sein, wenn man nicht permanent IMMER MEHR wollen muss, sondern mit dem, was man hat, zufrieden sein kann. Viele von den Leuten hier haben vermutlich kein dickes Bankkonto. Trotzdem wirken sie meist weitaus glücklicher und vor allem entspannter als wir, weil sie vermutlich nicht so dem Reichtum und wirtschaftlichen Erfolg hinterherhetzen wie wir und vor allem mehr von jenem kostbaren Gut haben, welches uns so abgeht: ZEIT! Zeit für sich und die Dinge die man gerne tut. Zeit für Freunde und Familie. Diese entspannte Herzlichkeit, mit welcher die Leute hier feierabends am Strand mit ihren Kindern im Wasser spielen! So etwas findet man in Mitteleuropa selten.
Wir sind so in unserem Hamsterrad gefangen, verblendet von falschen Führern, den falschen Idolen, von dem, was uns tagtäglich einzureden versucht wird, was wir nicht alles haben, schaffen oder erreichen müssen, sodass wir eine vollkommen verzerrte Sichtweise auf das, was LEBEN eigentlich bedeutet, entwickelt haben.
Die Realität ist die: Wir werden alle sterben!!! Durchschnittlich stehen einem jeden von uns rund 80 Lebensjahre zur Verfügung. 60-70 davon - wenn man Kindheit/Schule/Studium/Ausbildung abzieht, bleiben immer noch 40-50 - machen wir etwas, was wir unter Umständen gar nicht wollen, nur um dann im Alter vielleicht 10, bestenfalls 20 Jahre lang endlich das tun zu können, was uns wirklich wichtig ist? Was uns Erfüllung bringt? Alter!? Wer ist so unmenschlich uns in ein System zu pressen, in welchem der Output, der wahre Gewinn nur in eine Richtung fließt; zu jenen, die ohnehin schon das meiste besitzen?! Ich denke diese Frage beantwortet sich von selbst...
Es bleibt eines jeden Menschen eigene und freie Entscheidung, bei diesem System mitzumachen, oder sich für einen anderen, entspannteren, weniger auf die ferne Zukunft, sondern vielmehr auf das Jetzt ausgelegten Lebensweg zu entscheiden. Inmitten unserer konsumgesteuerten, aus zu Egoisten erzogenen Menschen bestehenden Gesellschaft, ist es schwer, aber nicht unmöglich einen alternativen Lebensweg zu bestreiten. Wo anders ist es vielleicht leichter. Vielleicht an einem Ort, wo dem wohlkonditionierten Mitteleuropäer etwas vorgelebt wird, was eher auf das Hier und Jetzt, auf das wahre Leben ausgerichtet ist? Wo man nicht als faul abgestempelt wird, wenn man weniger schafft, dafür aber mehr lebt?!
Ich weiß es nicht! Und wie so oft weiß ich nicht, was ich will! Will ich zurück ins Hamsterrad und genauso weitermachen wie bisher? Oder mit weniger auskommen müssen, dafür aber ZEIT haben und das tun können, was mich erfüllt? Gibt es einen Mittelweg? Ich denke, den muss es geben. Auf unserer Reise von A nach B, also von Geburt zu Tod haben wir zwischendurch viele Möglichkeiten irgendwo vom Konsum-Highway abzufahren und die Landstriche abseits zu erkunden, ja zu ER-leben! Viele nützen diese Möglichkeit nicht. Legen ihre Scheuklappen niemals ab. Manche machen nur einen kurzen Abstecher ins "Outback" des wirklichen Lebens, entscheiden sich dann aber wieder auf den Highway aufzufahren und bei dieser irrwitzigen Rauschefahrt gegen die Wand (es WIRD krachen! Das ist so sicher wie das Amen im Gebet!) weiter mitzumachen. Andere zieht das, was sich eher nach LEBEN anfühlt, denn das was sie bisher als "gutes Leben" vorgegaukelt bekamen, derart an, dass sie nach einer Alternative zum Leben im Hamsterrad, auf beschriebenem Highway suchen. Ich denke, einer von denen bin ich ....
So launche ich das Dinghy und rudere einkaufen. Wenigstens ein wenig Bootfahren. Noch ist es nicht zu heiß zum Rudern! So setze ich über zum ULTRA-Markt, quer über das Hafenbecken. Mein Dinghy besteht aus einigen separaten, aufblasbaren Kammern, die unten rum quasi einen "Kiel" bilden! So lässt es sich relativ kursstabil rudern und gleitet auch super über die Wasseroberfläche. Mit meinem Edel-Dinghy schaffe ich die, lt. Navionics 0,1 NM zur Mole auf der gegenüberliegenden Hafenseite, wo ich mir einen freien Anlegeplatz zwischen den Fischerbooten suche, in wenigen Minuten.
Auf dem Rückweg kreuzen 2 Motorboote meinen hart angelegten Kurs zurück zu meinem Liegeplatz in der Marina und verhindern somit eine noch schnellere "Passage" quer über den Hafen. Grummel .... Ja, irgendwie bin ich immer auf der Suche nach neuen persönlichen Rekorden, wie es scheint! Ein Relikt aus 43 Jahren Leben in einer auf Leistung und Erfolg getrimmten Gesellschaft?
Nachdem ich die Hälfte des zuvor im Laden entstandenen Vanillestrudels verspeist habe, packe ich meinen Seesack. Strand-Handtuch, ein Packerl Marlboro Gold, Feuerzeug, Handy, Bargeld und eine der billigen Schaumstoffmatten, die ich vor ein paar Wochen für Tinas Cockpitbänke zugeschnitten habe, jedoch noch nicht wirklich in Verwendung hatte. Auch ich lerne irgendwann mal dazu! 2 Tage lang habe ich mir auf dem Schotter den Arsch wundgesessen. Das konnten die jeweils 2 eiskalten Bierchen, die ich am Kiosk erstehen konnte und im glasklaren Wasser sitzend zu mir genommen habe, auch nicht ausgleichen. Nein, heute werde ich so weich sitzen, wie die Prinzessin auf der Erbse damals wohl gebettet worden ist.
Obendrein packe ich noch ein Notizbuch in den knallroten Seesack mit der Aufschrift "MAX", welchen ich sonst für mein Ölzeug verwende. Ich habe lange nichts mehr geschrieben. Die Zeit war wahrscheinlich zu turbulent?! Ich habe einige spannende und entspannende, aufregende sowie langweilige und auch recht "prekäre" Erlebnisse gehabt, Besuch empfangen und auch ein paar wirklich nette Boots-Nachbarn kennengelernt. Manfred und Gabi aus der Steiermark, sowie Wolfgang und Ingrid aus meiner Heimat, dem Waldviertel. Die Steirer sind Motorbootfahrer, die Waldviertler Segler wie ich. So gibt es natürlich mit beiden Pärchen allerhand Stoff für nette und lehrreiche Gespräche. Die 4 sind wirklich sehr lieb, und vom, ich glaube, selben Menschenschlag wie ich!
Frage mich, ob es immer dieselbe Art von Mensch ist, die die Freiheit und Ruhe, aber auch das Abenteuer auf dem Meer sucht!? Wahrscheinlich ist es so. Ich habe hier unter den Eignern noch keinen kennengelernt, der nicht freundlich, hilfsbereit, herzlich, offen für Neues und die Ansichten anderer wäre.
Auch die Einheimischen sind größtenteils mega entspannt! So eine Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden, kenne ich von zu Hause ebenfalls nicht. Hier wird einem oft für wenig Geld geholfen. Luka hat mir zum Beispiel bei Vielem, wie etwa bei der Organisation des neuen Dinghy-Motors geholfen, ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Die Menschen haben hier oft nicht viel! Sie hätten meine in den vergangenen Monaten oft missliche Lage schamlos ausnützen können, um so ein wenig vom Kuchen der mitteleuropäischen Wohlstandsgesellschaft abzubekommen, aber sie taten es nicht! Warum? Ist das pure Nächstenliebe? Vielleicht! Ich denke aber, dass der Grund darin liegt, dass die Leute hier, mit dem was sie haben, doch meist "gut" über die Runden kommen und nicht zwanghaft immer mehr wollen!
Das macht vermutlich den Unterschied! Wir Mitteleuropäer sind auf permanentes Wachstum (leider nicht auf persönliches Wachstum, sondern wirtschaftlich gesehen) gedrillt. Höhere Gewinne, mehr Einkommen, eine bessere Position, ... es ist ein permanenter Kampf um mehr; und das zu Kosten unseres Lebens! Wenn wir uns ehrlich sind: Arbeiten wir nicht nur deshalb so viel und verbissen, damit wir es uns eines Tages im Ruhestand gut gehen lassen können? Damit wir dann genug auf der Seite haben, um das zu tun, was wir immer schon wollten? Mit 65!? Die nach den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geborenen wohl erst mit 70 Lebensjahren?! Bis dahin üben wir tagtäglich eine Tätigkeit aus, die uns womöglich gar keine Erfüllung bringt, nur um den entsprechenden Reichtum anzuhäufen, damit wir in Rente endlich zu leben beginnen können!
Es muss doch schön sein, wenn man nicht permanent IMMER MEHR wollen muss, sondern mit dem, was man hat, zufrieden sein kann. Viele von den Leuten hier haben vermutlich kein dickes Bankkonto. Trotzdem wirken sie meist weitaus glücklicher und vor allem entspannter als wir, weil sie vermutlich nicht so dem Reichtum und wirtschaftlichen Erfolg hinterherhetzen wie wir und vor allem mehr von jenem kostbaren Gut haben, welches uns so abgeht: ZEIT! Zeit für sich und die Dinge die man gerne tut. Zeit für Freunde und Familie. Diese entspannte Herzlichkeit, mit welcher die Leute hier feierabends am Strand mit ihren Kindern im Wasser spielen! So etwas findet man in Mitteleuropa selten.
Wir sind so in unserem Hamsterrad gefangen, verblendet von falschen Führern, den falschen Idolen, von dem, was uns tagtäglich einzureden versucht wird, was wir nicht alles haben, schaffen oder erreichen müssen, sodass wir eine vollkommen verzerrte Sichtweise auf das, was LEBEN eigentlich bedeutet, entwickelt haben.
Die Realität ist die: Wir werden alle sterben!!! Durchschnittlich stehen einem jeden von uns rund 80 Lebensjahre zur Verfügung. 60-70 davon - wenn man Kindheit/Schule/Studium/Ausbildung abzieht, bleiben immer noch 40-50 - machen wir etwas, was wir unter Umständen gar nicht wollen, nur um dann im Alter vielleicht 10, bestenfalls 20 Jahre lang endlich das tun zu können, was uns wirklich wichtig ist? Was uns Erfüllung bringt? Alter!? Wer ist so unmenschlich uns in ein System zu pressen, in welchem der Output, der wahre Gewinn nur in eine Richtung fließt; zu jenen, die ohnehin schon das meiste besitzen?! Ich denke diese Frage beantwortet sich von selbst...
Es bleibt eines jeden Menschen eigene und freie Entscheidung, bei diesem System mitzumachen, oder sich für einen anderen, entspannteren, weniger auf die ferne Zukunft, sondern vielmehr auf das Jetzt ausgelegten Lebensweg zu entscheiden. Inmitten unserer konsumgesteuerten, aus zu Egoisten erzogenen Menschen bestehenden Gesellschaft, ist es schwer, aber nicht unmöglich einen alternativen Lebensweg zu bestreiten. Wo anders ist es vielleicht leichter. Vielleicht an einem Ort, wo dem wohlkonditionierten Mitteleuropäer etwas vorgelebt wird, was eher auf das Hier und Jetzt, auf das wahre Leben ausgerichtet ist? Wo man nicht als faul abgestempelt wird, wenn man weniger schafft, dafür aber mehr lebt?!
Ich weiß es nicht! Und wie so oft weiß ich nicht, was ich will! Will ich zurück ins Hamsterrad und genauso weitermachen wie bisher? Oder mit weniger auskommen müssen, dafür aber ZEIT haben und das tun können, was mich erfüllt? Gibt es einen Mittelweg? Ich denke, den muss es geben. Auf unserer Reise von A nach B, also von Geburt zu Tod haben wir zwischendurch viele Möglichkeiten irgendwo vom Konsum-Highway abzufahren und die Landstriche abseits zu erkunden, ja zu ER-leben! Viele nützen diese Möglichkeit nicht. Legen ihre Scheuklappen niemals ab. Manche machen nur einen kurzen Abstecher ins "Outback" des wirklichen Lebens, entscheiden sich dann aber wieder auf den Highway aufzufahren und bei dieser irrwitzigen Rauschefahrt gegen die Wand (es WIRD krachen! Das ist so sicher wie das Amen im Gebet!) weiter mitzumachen. Andere zieht das, was sich eher nach LEBEN anfühlt, denn das was sie bisher als "gutes Leben" vorgegaukelt bekamen, derart an, dass sie nach einer Alternative zum Leben im Hamsterrad, auf beschriebenem Highway suchen. Ich denke, einer von denen bin ich ....
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09.06.2019 - Konoba BAIN / Otok Zut => Marina Jezera ... "Der Tag, an dem ich das erste Manöver des letzen Augenblicks meines Lebens fuhr"
Ich erwache mit einem schweren Kopf! Uff, das war dann doch ein Bier zu viel gestern! So gehe ich es langsam an und rudere erst mal auf einen Kaffee zur Konoba. Heute habe ich nur rund 20 Meilen vor mir und etwas Wind soll es am Nachmittag auch geben, was mich gut nach Hause bringen sollte. So lege ich erst um 11 Uhr von der Boje ab und setzte 0,9 NM weiter, nördlich des Inselchens Maslinjak die Segel. Nachdem ich eine halbe Meile mit nicht messbarer Geschwindigkeit rumtreibe (wir bewegen uns zwar, jedoch zeigt Navionics 0,0 kts - wir fahren wohl unter 0,1 Knoten) reisst mir die Geduld. Ich rolle die Genua weg und motore nur mit Groß als Stützsegel weiter. 3 Meilen später, kann ich südlich des Hrid Galijolica wieder Segel setzten und vor dem Wind kreuzen. Irgendwann berge ich das Großsegel. Nur mit Genua kann ich "tiefer" fahren. Dadurch dass das Großsegel keinen Windschatten macht, steht die Genua auch viel besser! So "brause" ich mit 3,5 bis 4 Knoten gen Südosten.
Als ich Murvenjak, das kleine Inselchen neben Vrgada, mit seinen 2 wunderbaren Ankerbuchten, die ich während meiner Motorboot Zeit oft zum Schnorcheln besucht habe, passiere, bemerke ich eine 51er, die vermutlich aus Murter kommt und in Richtung Kornati unterwegs ist. Am Vorschiff, im Schatten der Genua liegend, beobachte ich das Schiff und seinen Kurs. Es dauert nicht lange bis ich feststelle: Wir sind auf Kollisionskurs!
Also gehe ich zurück ins Cockpit und beobachte weiter. Die 51er hat Vorrang, das heißt, sie ist kurshalte- und ich ausweichpflichtig. Ich befinde mich auf einem tiefen Raumwind-Kurs, nur mit Genua, kann also eigentlich nur anluven um in Luv an dem gegnerischen Boot vorbeizugehen. Also reiße ich die Pinne rum! Was macht die 51er? Sie luvt ebenfalls an und fährt auf mich zu. Gut, will er also doch hinter mir durch! Ich falle wieder ab! Doch das Dickschiff fällt ebenfalls ab! Hey, was soll das?! Ich luve wieder an. Der Rudergänger der 51 tut das selbe! Alter?!?! Steht da jemand am Steuer, oder fährt deren Autopilot brav mit dem leicht böigen und drehenden Wind mit? Ein paar mal spielen wir dieses Spiel! Die 51er lässt mir einfach keinen Raum auszuweichen. Obwohl sie KURSHALTEPFLICHTIG ist!
Es wird MEGA eng! Ich beginne nun, auf das wohl führerlose Schiff einzubrüllen: "Sir! Attention! Sir! Hey! Look! Pozor!". Doch niemand reagiert! Als eine Kollision unausweichlich erscheint, bleibt mir nichts mehr anderes übrig, als mein erstes "Manöver des letzten Augenblicks" zu fahren! Ich kann nur, so stark ich kann anluven und hoffen, dass die 51er diesmal ihren Kurs hält, damit ich doch noch hinter ihr durchgehen kann, also reiße ich meine Pinne rum und warte. Tina luvt, nur mit der, für meinen Fast-Vorwind-Kurs, natürlich weit ausgefierten Genua, sehr träge an! Es dauert ewig bis mein Schiff dreht. Mittlerweile brülle ich so laut wie noch nie zuvor, rüber zum gegnerischen Schiff. Mit dem Wind! Das muss man doch hören! Keine Reaktion!
"So, jetzt wird's gleich krachen" Ich bereite mich geistig schon darauf vor, wie Tinas schwerer Buganker die Bordwand des Dickschiffs aufschlitzen wird. Würde mich gerne irgendwo verspreizen, jedoch bin ich schwer damit beschäftigt, die Pinne auf Maximaleinschlag zu halten. Im wirklich allerallerletzten Moment dreht Tina soweit, dass mein schwerer Pflugschar-Anker maximal 2 Meter an der Steuerbordseite der 51er vorbeischrammt. Sicher nicht mehr! Aus meiner Perspektive sehe ich mich noch erschreckend näher! Der Moment, in dem man alles getan hatte, was man tun kann und nur noch hofft, dass es gut gehen wird. Oarg, wie der Österreicher sagt!
Jetzt sind auch die "Segler" auf dem anderen Schiff wach geworden. "Oh my god! Oh my god!" kreischen die Damen, die eben noch genüsslich an ihren Cocktails nippten, mit nun weit aufgerissenen Augen! Die beiden Yachten rauschen mit vielleicht 1 Meter Abstand aneinander vorbei. Mehr kann es nicht gewesen sein, denn meine Genua hat definitiv(!) an deren Wanten gestreift!!! Wahnsinn!!! Wenn ich dieses "Manöver des letzten Augenblicks" auch nur einen Tick zu spät eingeleitet, oder versucht hätte, vom Gegner weg-zu-halsen, es hätte 100%ig gekracht!
Als ich das Partyschiff schon achteraus habe, wird auch der offensichtliche Skipper des Dickschiffs wach und sich bewusst, was da jetzt hätte passieren können! "Sorry Sir! I'm so sorry!" ruft er mir nach! Für so ein Verhalten gibt es keine Entschuldigung! Auch wenn ein Schiff Vorrang hat, so ist es trotzdem kurshaltepflichtig und muss dem ausweichpflichtigen Schiff die Chance geben auch auszuweichen zu können! Ich denke, die internationalen KVR (Kollisionsverhütungsregeln) werden der Partycrew wohl ohnehin nicht bekannt sein, aber zumindest hätte irgendjemand den Seeraum vor dem Schiff beobachten müssen. Wahnsinn .....
Nach dieser nervenaufreibenden Situation segle ich noch bis Höhe Kosirina Bucht, berge dann die Segel und motore die letzen Meilen nach Hause. Ich will noch bei Zeiten in Jezera sein, um mir mein Zagreber Schnitzel von Andreja, dem besten Koch Kroatiens holen!
Ein abwechslungsreicher, schöner Kurztörn geht zu Ende. Mit weiteren 110 NM im Kielwasser laufe ich um 17:40 Uhr in der Marina Jezera ein.
Erkenntnisse aus diesem, weiteren Test-Törn:
- Tina kann mehr Wind und Welle vertragen, als ich angenommen hatte. Mein Vertrauen ins Schiff steigt stetig!
- Auch mit einem so kleinen Boot, sind Tagesschläge von über 30 Meilen kein Problem.
- Besser mit 1-2 Kts segeln, als mit 4 motoren!
- Es gibt viele Idioten da draußen! Man kann nie genug aufpassen und muss immer mit der Unachtsamkeit, ja Unfähigkeit der anderen rechnen!
- Mein Anker hält besser als gedacht! Bisher hat er sich schon beim 1. Anlauf immer gut eingegraben! Manche meinen, es gibt bessere Anker, aber ich kann mich nicht beklagen.
- Die Ankerwinsch zieht mehr Strom, als ich angenommen hatte. Blöd, wenn dann am Ankerplatz der Saft fehlt.
- Ich brauche eine weitere Powerbank. Möchte am Ankerplatz nicht mehr den Motor laufen lassen müssen um meine elektronischen Geräte laden zu können, ohne die Bordbatterien tiefen zu entladen.
- Flautentage sind auf Einhand-Fahrten eine echte Qual
- Sonnenuntergänge alleine zu beobachten ist schön, aber nicht dasselbe, wie wenn man das mit jemandem teilen kann
- Ich muss mehr bunkern. Vor allem "richtiges" Essen. Wobei?! Würde es mir überhaupt Spaß machen, für mich alleine zu kochen?
Als ich Murvenjak, das kleine Inselchen neben Vrgada, mit seinen 2 wunderbaren Ankerbuchten, die ich während meiner Motorboot Zeit oft zum Schnorcheln besucht habe, passiere, bemerke ich eine 51er, die vermutlich aus Murter kommt und in Richtung Kornati unterwegs ist. Am Vorschiff, im Schatten der Genua liegend, beobachte ich das Schiff und seinen Kurs. Es dauert nicht lange bis ich feststelle: Wir sind auf Kollisionskurs!
Also gehe ich zurück ins Cockpit und beobachte weiter. Die 51er hat Vorrang, das heißt, sie ist kurshalte- und ich ausweichpflichtig. Ich befinde mich auf einem tiefen Raumwind-Kurs, nur mit Genua, kann also eigentlich nur anluven um in Luv an dem gegnerischen Boot vorbeizugehen. Also reiße ich die Pinne rum! Was macht die 51er? Sie luvt ebenfalls an und fährt auf mich zu. Gut, will er also doch hinter mir durch! Ich falle wieder ab! Doch das Dickschiff fällt ebenfalls ab! Hey, was soll das?! Ich luve wieder an. Der Rudergänger der 51 tut das selbe! Alter?!?! Steht da jemand am Steuer, oder fährt deren Autopilot brav mit dem leicht böigen und drehenden Wind mit? Ein paar mal spielen wir dieses Spiel! Die 51er lässt mir einfach keinen Raum auszuweichen. Obwohl sie KURSHALTEPFLICHTIG ist!
Es wird MEGA eng! Ich beginne nun, auf das wohl führerlose Schiff einzubrüllen: "Sir! Attention! Sir! Hey! Look! Pozor!". Doch niemand reagiert! Als eine Kollision unausweichlich erscheint, bleibt mir nichts mehr anderes übrig, als mein erstes "Manöver des letzten Augenblicks" zu fahren! Ich kann nur, so stark ich kann anluven und hoffen, dass die 51er diesmal ihren Kurs hält, damit ich doch noch hinter ihr durchgehen kann, also reiße ich meine Pinne rum und warte. Tina luvt, nur mit der, für meinen Fast-Vorwind-Kurs, natürlich weit ausgefierten Genua, sehr träge an! Es dauert ewig bis mein Schiff dreht. Mittlerweile brülle ich so laut wie noch nie zuvor, rüber zum gegnerischen Schiff. Mit dem Wind! Das muss man doch hören! Keine Reaktion!
"So, jetzt wird's gleich krachen" Ich bereite mich geistig schon darauf vor, wie Tinas schwerer Buganker die Bordwand des Dickschiffs aufschlitzen wird. Würde mich gerne irgendwo verspreizen, jedoch bin ich schwer damit beschäftigt, die Pinne auf Maximaleinschlag zu halten. Im wirklich allerallerletzten Moment dreht Tina soweit, dass mein schwerer Pflugschar-Anker maximal 2 Meter an der Steuerbordseite der 51er vorbeischrammt. Sicher nicht mehr! Aus meiner Perspektive sehe ich mich noch erschreckend näher! Der Moment, in dem man alles getan hatte, was man tun kann und nur noch hofft, dass es gut gehen wird. Oarg, wie der Österreicher sagt!
Jetzt sind auch die "Segler" auf dem anderen Schiff wach geworden. "Oh my god! Oh my god!" kreischen die Damen, die eben noch genüsslich an ihren Cocktails nippten, mit nun weit aufgerissenen Augen! Die beiden Yachten rauschen mit vielleicht 1 Meter Abstand aneinander vorbei. Mehr kann es nicht gewesen sein, denn meine Genua hat definitiv(!) an deren Wanten gestreift!!! Wahnsinn!!! Wenn ich dieses "Manöver des letzten Augenblicks" auch nur einen Tick zu spät eingeleitet, oder versucht hätte, vom Gegner weg-zu-halsen, es hätte 100%ig gekracht!
Als ich das Partyschiff schon achteraus habe, wird auch der offensichtliche Skipper des Dickschiffs wach und sich bewusst, was da jetzt hätte passieren können! "Sorry Sir! I'm so sorry!" ruft er mir nach! Für so ein Verhalten gibt es keine Entschuldigung! Auch wenn ein Schiff Vorrang hat, so ist es trotzdem kurshaltepflichtig und muss dem ausweichpflichtigen Schiff die Chance geben auch auszuweichen zu können! Ich denke, die internationalen KVR (Kollisionsverhütungsregeln) werden der Partycrew wohl ohnehin nicht bekannt sein, aber zumindest hätte irgendjemand den Seeraum vor dem Schiff beobachten müssen. Wahnsinn .....
Nach dieser nervenaufreibenden Situation segle ich noch bis Höhe Kosirina Bucht, berge dann die Segel und motore die letzen Meilen nach Hause. Ich will noch bei Zeiten in Jezera sein, um mir mein Zagreber Schnitzel von Andreja, dem besten Koch Kroatiens holen!
Ein abwechslungsreicher, schöner Kurztörn geht zu Ende. Mit weiteren 110 NM im Kielwasser laufe ich um 17:40 Uhr in der Marina Jezera ein.
Tina safe zurück in Jezera:
Erkenntnisse aus diesem, weiteren Test-Törn:
- Tina kann mehr Wind und Welle vertragen, als ich angenommen hatte. Mein Vertrauen ins Schiff steigt stetig!
- Auch mit einem so kleinen Boot, sind Tagesschläge von über 30 Meilen kein Problem.
- Besser mit 1-2 Kts segeln, als mit 4 motoren!
- Es gibt viele Idioten da draußen! Man kann nie genug aufpassen und muss immer mit der Unachtsamkeit, ja Unfähigkeit der anderen rechnen!
- Mein Anker hält besser als gedacht! Bisher hat er sich schon beim 1. Anlauf immer gut eingegraben! Manche meinen, es gibt bessere Anker, aber ich kann mich nicht beklagen.
- Die Ankerwinsch zieht mehr Strom, als ich angenommen hatte. Blöd, wenn dann am Ankerplatz der Saft fehlt.
- Ich brauche eine weitere Powerbank. Möchte am Ankerplatz nicht mehr den Motor laufen lassen müssen um meine elektronischen Geräte laden zu können, ohne die Bordbatterien tiefen zu entladen.
- Flautentage sind auf Einhand-Fahrten eine echte Qual
- Sonnenuntergänge alleine zu beobachten ist schön, aber nicht dasselbe, wie wenn man das mit jemandem teilen kann
- Ich muss mehr bunkern. Vor allem "richtiges" Essen. Wobei?! Würde es mir überhaupt Spaß machen, für mich alleine zu kochen?
Labels: Segeln, EOL30, Sotas Botvarv, Dalmatien
Croatia,
Manöver des letzten Augenblicks,
Sailing,
Single-Handed,
Zut
14.06.2019 - A sign of life
Ich sitze im Schatten der Kiefern im Strandcafe und gönne mir ein kühles Blondes. Habe den Nachmittag lesend am Strand verbracht. In den letzten Tagen hatte ich zu nicht viel Bock. Ich habe zwar bei gemessenen 35 °C im Bootsinneren und gefühlten 50 °C an Deck den 3fach-Fallenstopper ersetzt, den ich 2 Wochen zuvor ruiniert habe, sowie Tina und meine Klamotten gewaschen, aber sonst war ich zu nicht viel Produktivem fähig.
Dafür war ich täglich im Meer! Endlich ist der Sommer da. So gut wie jeder hier bestätigt mir, dass das heurige Frühjahr hier, das beschissenste seit langem war. Da habe ich mir ja genau das richtige Jahr für mein Vorhaben ausgesucht. Wie auch immer. Jetzt ist es schön! Schon fast zu heiß! Vielleicht macht mich das so lethargisch? Oder sind meine Batterien einfach leer?
Zuvor war ich 4 Tage alleine unterwegs. Ich wollte den Südost-Wind nutzen und mit diesem im Rücken, 2 Tage lang, soweit wie möglich nach Norden. Dann sollte der Wind auf Nordwest drehen und mich in weiteren 2 Tagesetappen wieder zurück nach Jezera bringen. So der Plan! Was genau in diesen 4 Tagen passiert ist, könnt ihr in den entsprechenden, folgenden Artikeln nachlesen. Endlich hatte ich wieder mal Bock, was zu schreiben
Dafür war ich täglich im Meer! Endlich ist der Sommer da. So gut wie jeder hier bestätigt mir, dass das heurige Frühjahr hier, das beschissenste seit langem war. Da habe ich mir ja genau das richtige Jahr für mein Vorhaben ausgesucht. Wie auch immer. Jetzt ist es schön! Schon fast zu heiß! Vielleicht macht mich das so lethargisch? Oder sind meine Batterien einfach leer?
Zuvor war ich 4 Tage alleine unterwegs. Ich wollte den Südost-Wind nutzen und mit diesem im Rücken, 2 Tage lang, soweit wie möglich nach Norden. Dann sollte der Wind auf Nordwest drehen und mich in weiteren 2 Tagesetappen wieder zurück nach Jezera bringen. So der Plan! Was genau in diesen 4 Tagen passiert ist, könnt ihr in den entsprechenden, folgenden Artikeln nachlesen. Endlich hatte ich wieder mal Bock, was zu schreiben
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25.5.2019 - Rock'n'Roll Baby :)
08:00 Uhr! Die Nacht wahr sehr ruhig! Die Italiener sind auch unmittelbar danach schlafen gegangen, als sie von der Konoba zurückkehrten. Es ist windstill! Bei einem 3/4 Liter French-Press mache ich mir Gedanken über ein mögliches Ziel! Heute soll am späten Vormittag ein leichter Süd bis Südost einsetzen. Was wäre da für uns erreichbar?! Entschließe mich schließlich den Stadthafen von Prvic auf der gleichnamigen Insel anzulaufen. Das müsste gehen! Ich brauche Strom, eine Dusche und eine warme Mahlzeit!
Ich lege um 08:45 Uhr von der Boje ab und setze noch in der Bucht das Groß. Stützsegel zum rausmotoren, denn Wind gibt's absolut keinen! Spiegelglatte See! Ich gehe weit raus! Dort hin, wo ich gestern so viel Spaß hatte! Nur finde ich da draußen heute absolut keinen Wind vor.
Das monotone Motoren wird mir jedoch durch eine weitere Delfin-Sichtung versüßt! Wieder kommen sie nicht ans Boot ran, aber ich kann sie beobachten, wie sie in 50 Meter Entfernung neben mir immer wieder auf und abtauchen. Auf meine Rufe, reagieren sie zum 2. Mal nicht! Ich schätze, dass sie ran kamen, lag dann doch nicht am Jubilieren, das mir bei meinen ersten zwei Delfin-Sichtungen zum Erfolg verhelfen schien.
Doch dann beginnt sich die Wasseroberfläche zu kräuseln! "Böenfelder" mit einem Häuchlein an Brise. Ich rolle die Genua aus und kann so mit 1,5 - 2 Knoten meinen Kurs Süd beibehalten. Niemand außer mir hier draußen! Nur 2 Fischerboote ziehen eine halbe Meile vor mir ihre Kreise und am Horizont sind ganz winzig klein, 2 Frachter zu erkennen! Oder sind das Reiseschiffe? Wie weit die wohl draußen sein mögen?
Ur plötzlich werden aus den 0-1 Windstärken aus West sportliche 4-5 Beaufort aus Südost, begleitet von der dazugehörigen Welle! Wow! Das geht ordentlich dahin! Auf einem ruppigen Am-Wind Kurs geht es ostwärts an der Insel Zlarin vorbei. Ray, mein Autopilot ist jetzt nicht mehr zu gebrauchen. Zu hoch sind die Wellen, zu stark ist der Ruderdruck! Ja, eigentlich hätte gerefft gehört. Aber das ging alles so schnell! Angesagt waren 2 und nicht 5 Windstärken, sonst hätte ich noch in der Bucht zumindest das 1. Reff eingelegt. Und von der Welle war auch keine Rede!
Doch es ist fahrbar! Sportlich, aber sehr spaßig! Ja regelrecht geil! Safety first, doch in Anbetracht des Seegangs und des ordentlichen Windes, erschien es mir als sicherer, das ganze Abzureiten, als das Cockpit zu verlassen um zu reffen (Einleinen-Reffsystem hab ich ja leider keines).
Ich lege Kurs Insel Zlarin. Will die Abdeckung hinter den Inseln suchen! Doch, nachdem ich die, an Zlarin südlich angrenzenden Inselchen, auf einem wilden Ritt auf Raumwindkurs mit nachlaufender Welle durchfahren habe, wird es nicht wirklich besser. Auch hier läuft die Welle aus SO rein. Noch dazu ist der Wind viel böiger als draußen. In der Durchfahrt zwischen Zlarin finde ich mich auf einem Hart Am-Wind Kurs mit stark ausgefiertem Groß wieder, anders hätte es mich wohl auf die Backe gehaun, so bläst es mir hier entgegen. Südlich von Prvic lässt der Wind dann nach, doch es steht auch hier ein ordentlicher Schwell. Genau in die Bucht von Prvic rein. Dort wo ich eigentlich hin wollte! Hmmm. Der Wind, und somit auch der Schwell aus Südost sollen bis morgen nochmal zulegen. Will ich eine unruhige Nacht in einem fremden Hafen? Ich meine nein, also entschließe ich mich gleich nach Jezera zurück zu fahren. Sind ja nur mehr 8 Meilen!
Nach der Durchfahrt zwischen den Inseln Tijat und Logorun lässt der Wind dann nochmal nach und ich kann Ray wieder aktivieren! So lasse ich mich noch ein paar Meilen mit 2-3 Knoten auf Halbwind Kurs Richtung Heimatmarina chauffieren, bevor 4 Meilen vor dem Ziel der Wind endgültig weg ist, ich die Segel bergen und heim motoren muss!
Um 16:30 Uhr laufen Tina und ich nach 7 Stunden und 43 Minuten, mit weiteren 30,4 Meilen im Kielwasser, in Jezera ein. Insgesamt haben wir also über 60 Meilen an 2 Tagen gemacht! Ich bin mehr als zufrieden!
Abends hole ich mir noch ein "Zagreber Schnitzel" - das beste Cordon Bleue der Welt! Ich schwöre! - von der Zlatna Skolja und werde zu 2 "Schnaps on the house", also Slibovits genötigt. Das gibt mir den Rest. So haue ich mich zeitig in die Koje. Schön war's! Aber anstrengend!
Ich lege um 08:45 Uhr von der Boje ab und setze noch in der Bucht das Groß. Stützsegel zum rausmotoren, denn Wind gibt's absolut keinen! Spiegelglatte See! Ich gehe weit raus! Dort hin, wo ich gestern so viel Spaß hatte! Nur finde ich da draußen heute absolut keinen Wind vor.
Das monotone Motoren wird mir jedoch durch eine weitere Delfin-Sichtung versüßt! Wieder kommen sie nicht ans Boot ran, aber ich kann sie beobachten, wie sie in 50 Meter Entfernung neben mir immer wieder auf und abtauchen. Auf meine Rufe, reagieren sie zum 2. Mal nicht! Ich schätze, dass sie ran kamen, lag dann doch nicht am Jubilieren, das mir bei meinen ersten zwei Delfin-Sichtungen zum Erfolg verhelfen schien.
Doch dann beginnt sich die Wasseroberfläche zu kräuseln! "Böenfelder" mit einem Häuchlein an Brise. Ich rolle die Genua aus und kann so mit 1,5 - 2 Knoten meinen Kurs Süd beibehalten. Niemand außer mir hier draußen! Nur 2 Fischerboote ziehen eine halbe Meile vor mir ihre Kreise und am Horizont sind ganz winzig klein, 2 Frachter zu erkennen! Oder sind das Reiseschiffe? Wie weit die wohl draußen sein mögen?
Ur plötzlich werden aus den 0-1 Windstärken aus West sportliche 4-5 Beaufort aus Südost, begleitet von der dazugehörigen Welle! Wow! Das geht ordentlich dahin! Auf einem ruppigen Am-Wind Kurs geht es ostwärts an der Insel Zlarin vorbei. Ray, mein Autopilot ist jetzt nicht mehr zu gebrauchen. Zu hoch sind die Wellen, zu stark ist der Ruderdruck! Ja, eigentlich hätte gerefft gehört. Aber das ging alles so schnell! Angesagt waren 2 und nicht 5 Windstärken, sonst hätte ich noch in der Bucht zumindest das 1. Reff eingelegt. Und von der Welle war auch keine Rede!
Doch es ist fahrbar! Sportlich, aber sehr spaßig! Ja regelrecht geil! Safety first, doch in Anbetracht des Seegangs und des ordentlichen Windes, erschien es mir als sicherer, das ganze Abzureiten, als das Cockpit zu verlassen um zu reffen (Einleinen-Reffsystem hab ich ja leider keines).
Ich lege Kurs Insel Zlarin. Will die Abdeckung hinter den Inseln suchen! Doch, nachdem ich die, an Zlarin südlich angrenzenden Inselchen, auf einem wilden Ritt auf Raumwindkurs mit nachlaufender Welle durchfahren habe, wird es nicht wirklich besser. Auch hier läuft die Welle aus SO rein. Noch dazu ist der Wind viel böiger als draußen. In der Durchfahrt zwischen Zlarin finde ich mich auf einem Hart Am-Wind Kurs mit stark ausgefiertem Groß wieder, anders hätte es mich wohl auf die Backe gehaun, so bläst es mir hier entgegen. Südlich von Prvic lässt der Wind dann nach, doch es steht auch hier ein ordentlicher Schwell. Genau in die Bucht von Prvic rein. Dort wo ich eigentlich hin wollte! Hmmm. Der Wind, und somit auch der Schwell aus Südost sollen bis morgen nochmal zulegen. Will ich eine unruhige Nacht in einem fremden Hafen? Ich meine nein, also entschließe ich mich gleich nach Jezera zurück zu fahren. Sind ja nur mehr 8 Meilen!
Nach der Durchfahrt zwischen den Inseln Tijat und Logorun lässt der Wind dann nochmal nach und ich kann Ray wieder aktivieren! So lasse ich mich noch ein paar Meilen mit 2-3 Knoten auf Halbwind Kurs Richtung Heimatmarina chauffieren, bevor 4 Meilen vor dem Ziel der Wind endgültig weg ist, ich die Segel bergen und heim motoren muss!
Um 16:30 Uhr laufen Tina und ich nach 7 Stunden und 43 Minuten, mit weiteren 30,4 Meilen im Kielwasser, in Jezera ein. Insgesamt haben wir also über 60 Meilen an 2 Tagen gemacht! Ich bin mehr als zufrieden!
Abends hole ich mir noch ein "Zagreber Schnitzel" - das beste Cordon Bleue der Welt! Ich schwöre! - von der Zlatna Skolja und werde zu 2 "Schnaps on the house", also Slibovits genötigt. Das gibt mir den Rest. So haue ich mich zeitig in die Koje. Schön war's! Aber anstrengend!
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24.5.2019 - Auf der Suche nach dem Wind via Kornati zur Insel Zirje
Nachdem ich den gestrigen Tag mit Bootspflege verbracht habe, will ich heute wieder raus. Und zwar für 2-3 Tage. Bevor das nächste Tief über uns zieht, möchte eine kleine Testrunde fahren um Erfahrung zu sammeln. Mal sehen, wie es so ist, auf Törn mit der kleinen Tina. Heute soll es einen schönen Nordwest geben, mit dem ich Richtung Südosten fahren könnte um irgendwo in der Gegend von Rogoznica zu übernachten. Dann soll der Wind auf Südost drehen. Der würde mich zuerst rauf nach Zirje und tags darauf zurück nach Jezera bringen. So der Plan ...
So lege ich um 07:56 in Jezera ab. Nach der Hafenausfahrt erwartet mich, wie so oft, ein herrlicher NO, der mich schnell raus bringt, aus der Bucht. Doch dann, als ich Maslinjak und Rt. Rat querab habe, dreht der Wind binnen von Sekunden und aus den 3 Windstärken aus Nordost werden 1 solche aus Südost. Pfff ... mir bleibt also nichts anderes übrig, als erst mal Kurs auf die südlichen Kornaten zu nehmen, welche ich nach weiteren Winddrehern und 4 Stunden erreiche. Als ich Smokvica querab habe, drehe ich ab. Kurs 150°! Wenn der Wind es so will, dann laufe ich heute eben Zrije an. Habe die Tratisnka Bucht im NW der Insel im Auge. Dort soll es ein großes Bojenfeld, sowie eine Konoba geben! Doch vorher will ich zwischen den Kornaten und Zirje raus auf die "offene" Adria - mal sehen wie's dort draußen ist - Zeit habe ich ja, nachdem es nur mehr 10 Meilen bis zur Bucht wären.
Südspitze der Kornati querab:
Zuerst setze ich mir den Leuchtturm Blitvenica als Wendepunkt, doch als ich diesen passiere, entscheide ich mich, noch ein wenig weiter rauszufahren. Es geht einfach zu gut! Klar, steht hier gleich um einiges mehr Welle als hinter den vorgelagerten Inseln, aber Tina macht das gut. Ihr klassisch geformter Rumpf (Langkieler) sticht sauber durch die Seen. Meiner Meinung nach, viel smoother als die meisten modernen Kurzkieler! Und dann dieses Gefühl, quasi auf's offene Meer rauszufahren, die Kroatische Inselwelt hinter sich zu lassen und Kurs Italien zu nehmen! Genial! Die nicht einmal 9 Meter lange Tina macht sich wirklich gut! In diesem Moment lässt mich nichts daran Zweifeln, dass wir es auch bis Italien schaffen könnten! Ich schnappe mir das IPad mit Navionics und zoome aus.
Hmmm ... Der aktuelle Kurs von 180°, also genau Richtung Süden, würde mich direkt zu den Trementi Inseln, nördlich des Sporns führen. Zufall? Das wäre eh eines meiner Traumziele!!! 90 Seemeilen von hier. Wäre in etwas mehr als 1 Tag zu schaffen! Aber alleine? Spontan, ohne großartige Vorbereitung, mit ein paar Müsliriegeln und Fischdosen im Gepäck? Nein, das wäre nicht seemännisch. Ich werde das machen, aber nicht heute!
Als ich so vor mich dahin fahre und darüber nachdenke, wie es wohl wäre, jetzt wirklich solange gegen Süden, in das unendliche Blau zu fahren, bis die Trementi Inseln vor mir auftauchen würden, reißt es mich! Da schwimmt was im Wasser! Ich ändere meinen Kurs und schon rauscht das Etwas an uns vorbei! Ein Plastikkübel! Hey nochwas! Ein Plastiksackerl! Ein Plastikbecher. Noch ein Kunststofffetzen. Teil einer Plane? Ich durchfahre eine ganze Müll-"Insel"! Zwar gottseidank bei Weitem nicht so krass, wie man das aus diversen Dokus kennt, aber hey muss das sein? Abgesehen davon, dass das eine Sauerei ist - ich persönlich werfe ausschließlich organischen Müll ins Meer - so ein Plastikfetzen verfängt sich gern mal an Propeller oder Ruderblatt! Schwimmen gehen möchte ich hier draußen nicht! Nicht alleine und bei 16 °C Wassertemperatur! Nur gut, dass Tina ein Langkieler ist. Ihr Ruderblatt also direkt am Kiel angehängt ist und der Propeller zwischen drin sitzt. Da verfängt sich nicht so schnell was! Wieder ein Vorteil der klassischen Rumpfform!
Als ich Zirje 6 Seemeilen hinter mir habe und auch die Kornati schon recht klein wirken, mache ich kehrt und nehme Kurs Tratinska Bucht! So surfe ich mit Raumem Wind und Welle, ebenfalls schräg von hinten, Zirje entgegen und erreiche mein geplantes Ziel für morgen, halt schon heute! Auch gut! In der 2. Tageshälfte konnte ich wirklich saugeiles Segeln genießen! Ich bin zufrieden. Auch mit dem Anlegemanöver. Beziehungsweise den Manövern! Versuche es 2 Mal klassisch, also das Boot zielgenau 1 Meter vor der Boje aufzustoppen und diese vom Bug aus mit dem Bootshaken zu fangen. Beide Male vertreibt mir in den 5 Sekunden, die ich benötige, um vom Cockpit nach vor zu kommen, der Bug, und die Boje ist mit der 1 Meter langen Stange nicht mehr zu erreichen. Dann probiere ich es über das Heck! Ich bereite mir eine Hilfsleine zum "Lassowurf" vor und lege los. Wieder fahre ich die Boje gegen den Wind an. Doch diesmal stoppe ich nicht vor der Boje auf, sondern fahre erstmal daran vorbei und lasse sie steuerbords liegen. Als die Boje ca 2 Meter querab ist, stoppe ich Tina auf. Sie gleitet noch ein paar Meter nach vor und der Radeffekt zieht ihr Heck dabei nach steuerbord. So liegt die Boje perfekt steuerbords 1 Meter neben Tinas Heckkorb. Der Lassowurf fällt mir, aufgrund der geringen Distanz leicht - bei der Ausbildung hatte ich da manchmal echt voll verkackt - und schon hänge ich an der Boje. Tina wird ohnehin rückwärts getrieben, also ist es ein Leichtes, die Hilfsleine zum Bug zu verholen und dort fest zu machen. So kann ich in aller Ruhe, die "richtigen" Festmacherleinen mit dem Bootshaken fischen - die Boje ansich, dient nur dazu, die dicken Taue an der Wasseroberfläche zu halten -, und durch die dafür vorgesehenen Augen, je eine meiner eigenen Leinen führen. Total easy und safe! Ich werde das in Zukunft immer so machen, wenn ich Einhand unterwegs bin!
Die Konoba hat einscheinend noch geschlossen! Sieht total unbelebt aus. Und außerdem kam auch niemand um mir beim Bojenmanöver zu helfen - was eigentlich normal wäre! Hmmm! Da ich einen Bärenhunger habe, aber zu erledigt zum kochen bin, mache ich mir eine Dose Thunfisch auf und lege dann noch eine Schüssel Porridge nach! Ruhig ist es hier! Neben mir liegt nur ein Motorboot! Schaut aus, als ob die hier in der Bucht fischen würden. In einem Bojenfeld? Naja, wird schon Sinn machen!
Dann kommt der Bojenwärter und kassiert 250 Kuna von mir! 33,66 Euro! Stolzer Preis, dafür dass man ja "nur" an ner Boje hängt! Klarerweise erhält man hier weder Strom noch Wasser! Noch gibt's Toiletten/Duschen! Eigentlich ein Nepp, aber ich will heute sicher liegen. Und sicher sind diese Bojen allenfalls! Der Bojenwärter im Motorboot spricht perfektes, beinahe akzentfreies Deutsch! "Sie sind alleine unterwegs?! Das ist lobenswert!" meint er wortwörtlich. Ein verbaler Schulterklopfer! Schön, wenn einem jemand Respekt bekundet, der weiß, was das alles bedeutet!
Gegen 19 Uhr läuft eine 51er mit 10 jungen Italienern in die Bucht ein und legt 2 Bojen weiter an! Uff! Das wird heut laut! Ich habe so meine Erfahrungen mit diesen Landsleuten. Kaum sind sie festgemacht, geht es auch schon los. Mit 2 Dinghys (warum zum Teufel haben die 2 davon?!?!) kreisen sie zuerst in der Bucht und übersetzen dann in mehreren Fahrten die gesamte Crew zum Ufer, warten dort zusammen und entern gemeinsam die Konoba! Hey!? Is da doch offen? Shit! Und ich stopf mir irgendwas rein! Depp! Warum rufe ich dort nicht an?! Wahrscheinlich weil es gar so ruhig war und mir auch niemand beim Anlegen half. Naja, zumindest hab ich einen vollen Bauch!
Ach ja: Heute waren es 31 NM in 9h 32min, die ich zurück gelegt habe! Ich bin zufrieden!
So lege ich um 07:56 in Jezera ab. Nach der Hafenausfahrt erwartet mich, wie so oft, ein herrlicher NO, der mich schnell raus bringt, aus der Bucht. Doch dann, als ich Maslinjak und Rt. Rat querab habe, dreht der Wind binnen von Sekunden und aus den 3 Windstärken aus Nordost werden 1 solche aus Südost. Pfff ... mir bleibt also nichts anderes übrig, als erst mal Kurs auf die südlichen Kornaten zu nehmen, welche ich nach weiteren Winddrehern und 4 Stunden erreiche. Als ich Smokvica querab habe, drehe ich ab. Kurs 150°! Wenn der Wind es so will, dann laufe ich heute eben Zrije an. Habe die Tratisnka Bucht im NW der Insel im Auge. Dort soll es ein großes Bojenfeld, sowie eine Konoba geben! Doch vorher will ich zwischen den Kornaten und Zirje raus auf die "offene" Adria - mal sehen wie's dort draußen ist - Zeit habe ich ja, nachdem es nur mehr 10 Meilen bis zur Bucht wären.
Südspitze der Kornati querab:
Zuerst setze ich mir den Leuchtturm Blitvenica als Wendepunkt, doch als ich diesen passiere, entscheide ich mich, noch ein wenig weiter rauszufahren. Es geht einfach zu gut! Klar, steht hier gleich um einiges mehr Welle als hinter den vorgelagerten Inseln, aber Tina macht das gut. Ihr klassisch geformter Rumpf (Langkieler) sticht sauber durch die Seen. Meiner Meinung nach, viel smoother als die meisten modernen Kurzkieler! Und dann dieses Gefühl, quasi auf's offene Meer rauszufahren, die Kroatische Inselwelt hinter sich zu lassen und Kurs Italien zu nehmen! Genial! Die nicht einmal 9 Meter lange Tina macht sich wirklich gut! In diesem Moment lässt mich nichts daran Zweifeln, dass wir es auch bis Italien schaffen könnten! Ich schnappe mir das IPad mit Navionics und zoome aus.
Hmmm ... Der aktuelle Kurs von 180°, also genau Richtung Süden, würde mich direkt zu den Trementi Inseln, nördlich des Sporns führen. Zufall? Das wäre eh eines meiner Traumziele!!! 90 Seemeilen von hier. Wäre in etwas mehr als 1 Tag zu schaffen! Aber alleine? Spontan, ohne großartige Vorbereitung, mit ein paar Müsliriegeln und Fischdosen im Gepäck? Nein, das wäre nicht seemännisch. Ich werde das machen, aber nicht heute!
Als ich so vor mich dahin fahre und darüber nachdenke, wie es wohl wäre, jetzt wirklich solange gegen Süden, in das unendliche Blau zu fahren, bis die Trementi Inseln vor mir auftauchen würden, reißt es mich! Da schwimmt was im Wasser! Ich ändere meinen Kurs und schon rauscht das Etwas an uns vorbei! Ein Plastikkübel! Hey nochwas! Ein Plastiksackerl! Ein Plastikbecher. Noch ein Kunststofffetzen. Teil einer Plane? Ich durchfahre eine ganze Müll-"Insel"! Zwar gottseidank bei Weitem nicht so krass, wie man das aus diversen Dokus kennt, aber hey muss das sein? Abgesehen davon, dass das eine Sauerei ist - ich persönlich werfe ausschließlich organischen Müll ins Meer - so ein Plastikfetzen verfängt sich gern mal an Propeller oder Ruderblatt! Schwimmen gehen möchte ich hier draußen nicht! Nicht alleine und bei 16 °C Wassertemperatur! Nur gut, dass Tina ein Langkieler ist. Ihr Ruderblatt also direkt am Kiel angehängt ist und der Propeller zwischen drin sitzt. Da verfängt sich nicht so schnell was! Wieder ein Vorteil der klassischen Rumpfform!
Als ich Zirje 6 Seemeilen hinter mir habe und auch die Kornati schon recht klein wirken, mache ich kehrt und nehme Kurs Tratinska Bucht! So surfe ich mit Raumem Wind und Welle, ebenfalls schräg von hinten, Zirje entgegen und erreiche mein geplantes Ziel für morgen, halt schon heute! Auch gut! In der 2. Tageshälfte konnte ich wirklich saugeiles Segeln genießen! Ich bin zufrieden. Auch mit dem Anlegemanöver. Beziehungsweise den Manövern! Versuche es 2 Mal klassisch, also das Boot zielgenau 1 Meter vor der Boje aufzustoppen und diese vom Bug aus mit dem Bootshaken zu fangen. Beide Male vertreibt mir in den 5 Sekunden, die ich benötige, um vom Cockpit nach vor zu kommen, der Bug, und die Boje ist mit der 1 Meter langen Stange nicht mehr zu erreichen. Dann probiere ich es über das Heck! Ich bereite mir eine Hilfsleine zum "Lassowurf" vor und lege los. Wieder fahre ich die Boje gegen den Wind an. Doch diesmal stoppe ich nicht vor der Boje auf, sondern fahre erstmal daran vorbei und lasse sie steuerbords liegen. Als die Boje ca 2 Meter querab ist, stoppe ich Tina auf. Sie gleitet noch ein paar Meter nach vor und der Radeffekt zieht ihr Heck dabei nach steuerbord. So liegt die Boje perfekt steuerbords 1 Meter neben Tinas Heckkorb. Der Lassowurf fällt mir, aufgrund der geringen Distanz leicht - bei der Ausbildung hatte ich da manchmal echt voll verkackt - und schon hänge ich an der Boje. Tina wird ohnehin rückwärts getrieben, also ist es ein Leichtes, die Hilfsleine zum Bug zu verholen und dort fest zu machen. So kann ich in aller Ruhe, die "richtigen" Festmacherleinen mit dem Bootshaken fischen - die Boje ansich, dient nur dazu, die dicken Taue an der Wasseroberfläche zu halten -, und durch die dafür vorgesehenen Augen, je eine meiner eigenen Leinen führen. Total easy und safe! Ich werde das in Zukunft immer so machen, wenn ich Einhand unterwegs bin!
Die Konoba hat einscheinend noch geschlossen! Sieht total unbelebt aus. Und außerdem kam auch niemand um mir beim Bojenmanöver zu helfen - was eigentlich normal wäre! Hmmm! Da ich einen Bärenhunger habe, aber zu erledigt zum kochen bin, mache ich mir eine Dose Thunfisch auf und lege dann noch eine Schüssel Porridge nach! Ruhig ist es hier! Neben mir liegt nur ein Motorboot! Schaut aus, als ob die hier in der Bucht fischen würden. In einem Bojenfeld? Naja, wird schon Sinn machen!
Dann kommt der Bojenwärter und kassiert 250 Kuna von mir! 33,66 Euro! Stolzer Preis, dafür dass man ja "nur" an ner Boje hängt! Klarerweise erhält man hier weder Strom noch Wasser! Noch gibt's Toiletten/Duschen! Eigentlich ein Nepp, aber ich will heute sicher liegen. Und sicher sind diese Bojen allenfalls! Der Bojenwärter im Motorboot spricht perfektes, beinahe akzentfreies Deutsch! "Sie sind alleine unterwegs?! Das ist lobenswert!" meint er wortwörtlich. Ein verbaler Schulterklopfer! Schön, wenn einem jemand Respekt bekundet, der weiß, was das alles bedeutet!
Gegen 19 Uhr läuft eine 51er mit 10 jungen Italienern in die Bucht ein und legt 2 Bojen weiter an! Uff! Das wird heut laut! Ich habe so meine Erfahrungen mit diesen Landsleuten. Kaum sind sie festgemacht, geht es auch schon los. Mit 2 Dinghys (warum zum Teufel haben die 2 davon?!?!) kreisen sie zuerst in der Bucht und übersetzen dann in mehreren Fahrten die gesamte Crew zum Ufer, warten dort zusammen und entern gemeinsam die Konoba! Hey!? Is da doch offen? Shit! Und ich stopf mir irgendwas rein! Depp! Warum rufe ich dort nicht an?! Wahrscheinlich weil es gar so ruhig war und mir auch niemand beim Anlegen half. Naja, zumindest hab ich einen vollen Bauch!
Ach ja: Heute waren es 31 NM in 9h 32min, die ich zurück gelegt habe! Ich bin zufrieden!
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22.5.2019 - Dolphin-Watching im "Shabby Chic" Boot
Die letzten Tage waren recht ruhig. Habe primär darauf gewartet, mein Segel zurück zu bekommen, nebenher "Gewittersegeln" weiter gelesen, war in Tisno zum Abendessen und habe im Zuge dessen den genialsten Sonnenuntergang seit langem erlebt, hab Kleinigkeiten am Boot optimiert und in weiser Vorahnung, wieder mal Luka kontaktiert! Er kann mir die "Sailguards" bestellen, welche ich im Internet recherchiert habe und die in Zukunft meine Genua schonen, sowie besser "rum" gehen lassen sollen! UUUUND! Er hat natürlich auch eine Telefonnummer für mich! Von einem Typen, der bei einer Charterfirma tätig und im Zuge dessen, für die Wartung und Instandhaltung von 20 Segelbooten verantwortlich ist! Ich soll nur sagen, dass ich die Nummer von ihm habe, dann passt das schon!!! Cool! Eigentlich bräuchte ich ja nur jemanden, der mir hilft den Mast zu entern, um an den Oberwanten die Sailguards an zu bringen und Anker- sowie Dampferlicht zu ersetzen, aber wenn ich schon einen Spezialisten an der Hand habe, werde ich ihn bitten, gleich das ganze Rigg zu checken! Mir ist aufgefallen, dass, auf Am-Wind-Kursen, das leeseitige Oberwant backbords, sowie das luvseitige Unterwant steuerbords, je nach Winddruck etwas lose wird! Darf das sein? Das wär wieder mal ne Frage an die Segler/Rigger unter meiner Leserschaft! Please leave a comment ....
Heute Vormittag darf ich dann meine reparierte Genua wieder entgegennehmen. Schön hat sie das gemacht! Alles rundum sauber nachgenäht, einige Stellen verstärkt und das abgerissene Saumband wieder angenäht! Schaut super solide gemacht aus! Die Azur blauen Flicken auf Tinas riesigem Vorsegel, unterstreichen nun irgendwie ihren "Shabby Chic" Look! Ich bin zufrieden! Auch mit 600 Kuna, also 80 Euro als Gage! DANKE!
Zurück im Hafen schlage die Genua sofort an, zögere dann kurz, da eigentlich absolut kein brauchbarer Wind angesagt ist und der Stegnachbar auch meint, dass "jetzt der Sommer", also die windlose Zeit da ist, mache Tina dann aber doch klar zum auslaufen. Ich will testen, wie sich die neue Furlingleine (der Vorsegel-Rollanlage) auswirkt! Und außerdem war ich schon wieder viel zu lange nicht draußen! In den letzten Tagen hatte sich schon wieder eine Art Hafenkoller bemerkbar gemacht.
Als ich Tina vom Landstrom trenne, beobachte ich einen der anderen Stegnachbaren, wie er ablegt und gleich nach der Hafenausfahrt die Genua setzt! Das könnte doch was werden! Und ja, auch mir ist es gewährt, gleich in der Bucht von Jezera die Segel zu setzen und mit angenehmen 4-5 Knoten gegen SSW zu segeln!
Ich versuche, so viel wie Höhe wie möglich zu machen, muss aber dann aber fast die Insel Kakan rammen, bevor ich wenden und gegen NNW, entlang der Insel Murter segeln kann. Ich will soweit es geht in den Norden um mich dann wieder zurück treiben zu lassen, also mit raumem Wind gemütlich heim zu surfen. Als ich 10 nautische Meilen auf der Logge habe, beschließe ich zu wenden und wieder zurück zu fahren. Das sollte sich schön ausgehen!
Es wird zäh! Der Wind schläft teilweise fast ein und ich treibe mit 2 Knoten gegen Süden! Trotzdem! Dem Ziel näher! Und eigentlich ist ja der Weg das Ziel! Ich bin ja deswegen hier, weil ich - primär - leidenschaftlich gern AUF dem Meer bin, nicht AM Meer, also im Hafen! Ich halte durch und starte den Motor NICHT! Wir eieren rum Rt. Rat rum und wieder passiert es, wie es passieren muss! Der Wind frischt, auf der Leeseite der Insel wieder ordentlich auf! Wie jedes Mal! Genial! Also kann ich auf Halbwind bis Am-Wind Kurs bis kurz vor Jezera segeln, bevor es mir dann doch etwas gewagt erscheint, in Mitten einer trainierende Segelschule mit rund 5 Booten, meine Fetzen zu bergen und ich diese somit schon rund 1 SM von der Hafeneinfahrt runterhole. Im Hafen freue ich mich über relativ unerwartete, sehr sehr geniale 17 Seemeilen!
Ach ja! Es haben mich wieder mal Delfine besucht! Zwar nur in ca 20 Metern Entfernung, aber trotzdem! Irgendwie scheine ich diese Meeresbewohner anzuziehen. Habe heuer schon 4 Mal mit ihnen Kontakt gehabt! Davon 2 Mal bei Einhandfahrten! Wahnsinn! Hätte mir vor 2 Jahren jemand gesagt, es würde so kommen, ich hätte es ihm nie und nimmer geglaubt!
Heute Vormittag darf ich dann meine reparierte Genua wieder entgegennehmen. Schön hat sie das gemacht! Alles rundum sauber nachgenäht, einige Stellen verstärkt und das abgerissene Saumband wieder angenäht! Schaut super solide gemacht aus! Die Azur blauen Flicken auf Tinas riesigem Vorsegel, unterstreichen nun irgendwie ihren "Shabby Chic" Look! Ich bin zufrieden! Auch mit 600 Kuna, also 80 Euro als Gage! DANKE!
Zurück im Hafen schlage die Genua sofort an, zögere dann kurz, da eigentlich absolut kein brauchbarer Wind angesagt ist und der Stegnachbar auch meint, dass "jetzt der Sommer", also die windlose Zeit da ist, mache Tina dann aber doch klar zum auslaufen. Ich will testen, wie sich die neue Furlingleine (der Vorsegel-Rollanlage) auswirkt! Und außerdem war ich schon wieder viel zu lange nicht draußen! In den letzten Tagen hatte sich schon wieder eine Art Hafenkoller bemerkbar gemacht.
Als ich Tina vom Landstrom trenne, beobachte ich einen der anderen Stegnachbaren, wie er ablegt und gleich nach der Hafenausfahrt die Genua setzt! Das könnte doch was werden! Und ja, auch mir ist es gewährt, gleich in der Bucht von Jezera die Segel zu setzen und mit angenehmen 4-5 Knoten gegen SSW zu segeln!
Ich versuche, so viel wie Höhe wie möglich zu machen, muss aber dann aber fast die Insel Kakan rammen, bevor ich wenden und gegen NNW, entlang der Insel Murter segeln kann. Ich will soweit es geht in den Norden um mich dann wieder zurück treiben zu lassen, also mit raumem Wind gemütlich heim zu surfen. Als ich 10 nautische Meilen auf der Logge habe, beschließe ich zu wenden und wieder zurück zu fahren. Das sollte sich schön ausgehen!
Es wird zäh! Der Wind schläft teilweise fast ein und ich treibe mit 2 Knoten gegen Süden! Trotzdem! Dem Ziel näher! Und eigentlich ist ja der Weg das Ziel! Ich bin ja deswegen hier, weil ich - primär - leidenschaftlich gern AUF dem Meer bin, nicht AM Meer, also im Hafen! Ich halte durch und starte den Motor NICHT! Wir eieren rum Rt. Rat rum und wieder passiert es, wie es passieren muss! Der Wind frischt, auf der Leeseite der Insel wieder ordentlich auf! Wie jedes Mal! Genial! Also kann ich auf Halbwind bis Am-Wind Kurs bis kurz vor Jezera segeln, bevor es mir dann doch etwas gewagt erscheint, in Mitten einer trainierende Segelschule mit rund 5 Booten, meine Fetzen zu bergen und ich diese somit schon rund 1 SM von der Hafeneinfahrt runterhole. Im Hafen freue ich mich über relativ unerwartete, sehr sehr geniale 17 Seemeilen!
Ach ja! Es haben mich wieder mal Delfine besucht! Zwar nur in ca 20 Metern Entfernung, aber trotzdem! Irgendwie scheine ich diese Meeresbewohner anzuziehen. Habe heuer schon 4 Mal mit ihnen Kontakt gehabt! Davon 2 Mal bei Einhandfahrten! Wahnsinn! Hätte mir vor 2 Jahren jemand gesagt, es würde so kommen, ich hätte es ihm nie und nimmer geglaubt!
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Croatia,
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13.5.2019 - The "Volvo-Penta Odyssey" continues ...
In den letzten Tagen hatte ich irgendwie kein Lust zu Schreiben. Es war alles recht zäh und eine echte Geduldsprobe für mich. Trotzdem konnte ich mich recht gut motivieren. So ist wieder sehr viel geschehen und ich freue mich, die nächsten Tage meine Eltern ein wenig rumschippern zu dürfen. Über heute hab ich wieder ein bisserl ausführlicher zu berichten, aber alles der Reihe nach:
10.5.2019
Warte immer noch auf Bepo, der Ersatzteil hätte gestern geliefert werden sollen. Doch mein Mechaniker kreuzt nicht auf, so beschäftige mich den ganzen Tag mit Kleinigkeiten am Boot und höre Hörbuch. Abends gehe ich ins Restaurant Arija und esse ein vorzügliches, mit dalmatinischem Rohschinken und Pager Käse gefülltes Roastbeef mit einem riesen Haufen Djuvedj. Die Küche hier entschädigt echt für das schlechte Wetter und die ganzen Probleme mit dem Schiff!
Ich komme mit der Wirtin ins Gespräch! Sie sitzt im Wintermantel auf der Terrasse und meint, dass ich mir das falsche Jahr für mein Vorhaben ausgesucht habe. Letztes Jahr um diese Zeit wäre man schon schwimmen gegangen. Autsch!
11.5.2019
Noch immer warte ich auf Bepo. Gegen Mittag reißt mir die Geduld und ich rufe ihn an. Er meint, es tut ihm leid, aber er habe am Freitag vergessen, das Teil zu holen und die Volvo-Penta Vertretung sei am Samstag, also heute, bereits geschlossen. Shit! Geh bitteeeeee! Das darf aber jetzt nicht wahr sein! Ich wollte doch die einzigen schönen Tage in dieser Woche mit zumindest ein paar Segelmeilen genießen bevor es wieder los geht. Aber Bepo verspricht mir, dass ich am Montag in der Früh "gleich der Erste" bin und das Ganze in einer halben Stunde erledigt sein wird.
OK, also versuche ich mich, in Aussicht auf weitere 2 Hafentage bei schönstem Segelwetter, zu beruhigen, indem ich Sachen am Boot erledige. Fixiere das Groß mittels Marschlag am Baum.
Verschaffe mir endlich einen Überblick über das Wassersystem an Bord. Spannend! "Erfinde" aus Kabelbindern und Plastikhaken eine saugeile Halterung für meine Cockpittasche. Schaut gut aus, hält bombenfest!
Probiere den neuen Pinnenpiloten Raymarine ST2000+ aus. Plug and Play! Dieser wird aufgehoben. Vorerst soll der alte "verbraucht" werden. Jetzt funktioniert er ja wieder. Ich richte auch den Spi-Baum her. Versehe ihn mit einer Auslöseleine, sowie je einem Hahnepot für den Niederholer und den Toping-Lift! Ich denke das sollte so passen!? Schieße die Leinen am Mast neu auf usw. usf.
12.5.2019
Dauerregen schon am Morgen, also entschließe ich mich nach Sibenik in den nächstgelegenen Self-Service Waschsalon zu fahren und auf dem Rückweg ein paar Spots am Fluß Krka auszukundschaften, die man anlaufen könnte. Verbringe 1,5 Stunden im Waschsalon beim Busbahnhof.
Lerne 2 Amis auf Europa-Rundreise und einen Australier, der ein Stück Land in Kroatien geerbt hat und sich jetzt hier einzugewöhnen versucht, kennen. Laufe das Einkaufszentrum Dalmare an. Erstehe 2 Isomatten, die ich für Tinas Cockpitbänke zuschneiden möchte. Fahre dann Zaton und Raslina an. Zaton ist ne schöne Ortschaft in einem Seitenarm der Krka gelegen. Raslina hat irgendwie kein Zentrum. Sieht nach einer Art Feriensiedlung aus, ist aber auch nett. V.A. der kleine Arm nördlich der Ortschaft sollte schön zum ankern sein.
13.5.2019
Um 10:30 Uhr treffe ich mich mit Bepo in Murter. Gemeinsam wollen wir die Volvo-Penta Vertretung aufsuchen und stehen vor verschlossenen Türen! Alteeeer! Dabei hat Bepo doch angerufen, dass wir kommen. Er tätigt einen weiteren Anruf und ich gebe eine Zigarette aus, während wir auf den Shop-Betreiber warten. Dieser kommt per Fahrrad und übergibt uns das bestellte Teil! Dann der nächste Schock! Das vordere Ende des Originalteils, dort wo es am Dieselfilter angeschraubt ist, sieht verdammt anders aus, als das des alten, geflickten Teils. Da ist wohl ein ursprüngliches 6er Loch auf ein 8er aufgebohrt worden, wie es scheint! Fuck! Was tun um das nun passend zu machen!? Das neue, 280 Euro teure Originalteil aufbohren und riskieren, es dabei zu beschädigen? Neues "Housing" für den Dieselfilter?! Dauert mir ganz sicher zu lange, das Teil wieder aus Belgien liefern zu lassen, aber der Volvo-Mensch befragt das Internet. Gibt es ohnehin nicht mehr! Produktion eingestellt! Alteeeeeeeer?! Also bleibt uns nichts anderes übrig, uns in dieser Angelegenheit selbst zu helfen. Wozu sind wir "Seeleute"? ;)
Wir fahren zurück zu Tina, um uns das Ganze in Ruhe nochmal anzusehen! Vielleicht gibt es ja eine andere Möglichkeit, als den Neuteil zu "zerstören"! Und ja! Die gibt es! Wir entschließen uns, die "Kopfschraube" des Dieselfilters, also dort wo die Überdruckleitung in diesen zurück geht, das Teil, dass der Vorbesitzer - schön langsam könnt ich diesen "Mechaniker" echt verfluchen - verpfuscht hat, neu anfertigen zu lassen und suchen auch gleich einen Werkzeugmacher auf, der mir das Teil bis morgen anfertigen wird! Puh! Schwein gehabt?! Ich bin mir nicht so sicher, ob das, wie von ihm prognostiziert über die Bühne gehen wird, aber Bepo meint, er komme morgen dann mit dem Teil im Gepäck vorbei und baut alles zusammen! Schauma mal ... Ich liefere ihn wieder zu Hause ab und erfahre, dass seine Frau eine Konoba betreibt. Kleiner Familienbetrieb! Sie, Schwester und Bruder?! Irgendwie so! Auf jeden fall cool! Werd ich sicher mal aufsuchen! Vielleicht schon in den kommenden Tagen, wenn meine Eltern, sowie mein Bruder zu Besuch kommen werden.
Am NM muss ich meiner Anspannung, ob denn der Motor nun wirklich fertig wird, bis ich die "Crew" begrüßen darf, luft machen, so putze ich das ganze Schiff zum wiederholten Male gründlich durch. Ich wische im Vorschiff alle Stauräume bis zur untersten Bilge nochmal raus und poliere alles Holz in Tinas Bauch. Fesch steht sie da, die Tina! Wenn jetzt ihr kleines britisch-schwedisches Volvo-Penta Herzerl noch schlagen würd und der Wind nicht gar so arg wär, wär alles Klass'!
22:30 Uhr: Es weht wieder ordentlich. Stärker als zuletzt bei Jugo! Die Bora trifft Tina immer besonders hart in ihrem Liegeplatz. Wind genau von achtern, also hinten! Das Schiff hängt in den alten, harten Murings (dicke Taue), die an den Klampen knarzen. Vorhin war ich nochmal draußen um die Gangway zu sichern und die Genuaschoten dichtzuholen, die grässlich in den Umlenkblöcken knarzten. Wollte den Wind messen. Mein kleines Handwindmessgerät zeigte leider zuerst nur irgendwelche Striche und Punkte, dann schließlich gar nix mehr! Klump! Naja, Werbegeschenk von Compass! Trotzdem! Hey, ein maritimer Windmesser sollte doch auf ein wenig mehr an Wind ausgelegt sein, oder?
Die Böen krängen Tina (neigen sie zur Seite) teilweise so sehr, dass ich, wäre ich auf See, schon längst das eine oder andere Reff eingelegt hätte. Nur haben wir aber kein Tuch oben! Allein das Rigg, also der Mast und die Wanten und Stage (Drahtseile die den Mast stützen) bietet genug Angriffsfläche für den Wind! Wie wird das erst morgen, wenn der Wind nochmal zulegt? Wie wird es meinen Eltern ergehen, die sich morgen durch Regen und Sturm zu mir durchkämpfen? Ich hoffe echt, die Maslenica Brücke wird nicht gesperrt und sie kommen save hier an! Die Bora kann so Einiges und für das Gebiet, welches sie durchfahren - gottseidank per Auto - sind an die 60 Knoten Wind angesagt!
10.5.2019
Warte immer noch auf Bepo, der Ersatzteil hätte gestern geliefert werden sollen. Doch mein Mechaniker kreuzt nicht auf, so beschäftige mich den ganzen Tag mit Kleinigkeiten am Boot und höre Hörbuch. Abends gehe ich ins Restaurant Arija und esse ein vorzügliches, mit dalmatinischem Rohschinken und Pager Käse gefülltes Roastbeef mit einem riesen Haufen Djuvedj. Die Küche hier entschädigt echt für das schlechte Wetter und die ganzen Probleme mit dem Schiff! Ich komme mit der Wirtin ins Gespräch! Sie sitzt im Wintermantel auf der Terrasse und meint, dass ich mir das falsche Jahr für mein Vorhaben ausgesucht habe. Letztes Jahr um diese Zeit wäre man schon schwimmen gegangen. Autsch!
11.5.2019
Noch immer warte ich auf Bepo. Gegen Mittag reißt mir die Geduld und ich rufe ihn an. Er meint, es tut ihm leid, aber er habe am Freitag vergessen, das Teil zu holen und die Volvo-Penta Vertretung sei am Samstag, also heute, bereits geschlossen. Shit! Geh bitteeeeee! Das darf aber jetzt nicht wahr sein! Ich wollte doch die einzigen schönen Tage in dieser Woche mit zumindest ein paar Segelmeilen genießen bevor es wieder los geht. Aber Bepo verspricht mir, dass ich am Montag in der Früh "gleich der Erste" bin und das Ganze in einer halben Stunde erledigt sein wird.
OK, also versuche ich mich, in Aussicht auf weitere 2 Hafentage bei schönstem Segelwetter, zu beruhigen, indem ich Sachen am Boot erledige. Fixiere das Groß mittels Marschlag am Baum.
Verschaffe mir endlich einen Überblick über das Wassersystem an Bord. Spannend! "Erfinde" aus Kabelbindern und Plastikhaken eine saugeile Halterung für meine Cockpittasche. Schaut gut aus, hält bombenfest!
Probiere den neuen Pinnenpiloten Raymarine ST2000+ aus. Plug and Play! Dieser wird aufgehoben. Vorerst soll der alte "verbraucht" werden. Jetzt funktioniert er ja wieder. Ich richte auch den Spi-Baum her. Versehe ihn mit einer Auslöseleine, sowie je einem Hahnepot für den Niederholer und den Toping-Lift! Ich denke das sollte so passen!? Schieße die Leinen am Mast neu auf usw. usf.
12.5.2019
Dauerregen schon am Morgen, also entschließe ich mich nach Sibenik in den nächstgelegenen Self-Service Waschsalon zu fahren und auf dem Rückweg ein paar Spots am Fluß Krka auszukundschaften, die man anlaufen könnte. Verbringe 1,5 Stunden im Waschsalon beim Busbahnhof.
Lerne 2 Amis auf Europa-Rundreise und einen Australier, der ein Stück Land in Kroatien geerbt hat und sich jetzt hier einzugewöhnen versucht, kennen. Laufe das Einkaufszentrum Dalmare an. Erstehe 2 Isomatten, die ich für Tinas Cockpitbänke zuschneiden möchte. Fahre dann Zaton und Raslina an. Zaton ist ne schöne Ortschaft in einem Seitenarm der Krka gelegen. Raslina hat irgendwie kein Zentrum. Sieht nach einer Art Feriensiedlung aus, ist aber auch nett. V.A. der kleine Arm nördlich der Ortschaft sollte schön zum ankern sein.
13.5.2019
Um 10:30 Uhr treffe ich mich mit Bepo in Murter. Gemeinsam wollen wir die Volvo-Penta Vertretung aufsuchen und stehen vor verschlossenen Türen! Alteeeer! Dabei hat Bepo doch angerufen, dass wir kommen. Er tätigt einen weiteren Anruf und ich gebe eine Zigarette aus, während wir auf den Shop-Betreiber warten. Dieser kommt per Fahrrad und übergibt uns das bestellte Teil! Dann der nächste Schock! Das vordere Ende des Originalteils, dort wo es am Dieselfilter angeschraubt ist, sieht verdammt anders aus, als das des alten, geflickten Teils. Da ist wohl ein ursprüngliches 6er Loch auf ein 8er aufgebohrt worden, wie es scheint! Fuck! Was tun um das nun passend zu machen!? Das neue, 280 Euro teure Originalteil aufbohren und riskieren, es dabei zu beschädigen? Neues "Housing" für den Dieselfilter?! Dauert mir ganz sicher zu lange, das Teil wieder aus Belgien liefern zu lassen, aber der Volvo-Mensch befragt das Internet. Gibt es ohnehin nicht mehr! Produktion eingestellt! Alteeeeeeeer?! Also bleibt uns nichts anderes übrig, uns in dieser Angelegenheit selbst zu helfen. Wozu sind wir "Seeleute"? ;)
Wir fahren zurück zu Tina, um uns das Ganze in Ruhe nochmal anzusehen! Vielleicht gibt es ja eine andere Möglichkeit, als den Neuteil zu "zerstören"! Und ja! Die gibt es! Wir entschließen uns, die "Kopfschraube" des Dieselfilters, also dort wo die Überdruckleitung in diesen zurück geht, das Teil, dass der Vorbesitzer - schön langsam könnt ich diesen "Mechaniker" echt verfluchen - verpfuscht hat, neu anfertigen zu lassen und suchen auch gleich einen Werkzeugmacher auf, der mir das Teil bis morgen anfertigen wird! Puh! Schwein gehabt?! Ich bin mir nicht so sicher, ob das, wie von ihm prognostiziert über die Bühne gehen wird, aber Bepo meint, er komme morgen dann mit dem Teil im Gepäck vorbei und baut alles zusammen! Schauma mal ... Ich liefere ihn wieder zu Hause ab und erfahre, dass seine Frau eine Konoba betreibt. Kleiner Familienbetrieb! Sie, Schwester und Bruder?! Irgendwie so! Auf jeden fall cool! Werd ich sicher mal aufsuchen! Vielleicht schon in den kommenden Tagen, wenn meine Eltern, sowie mein Bruder zu Besuch kommen werden.
Am NM muss ich meiner Anspannung, ob denn der Motor nun wirklich fertig wird, bis ich die "Crew" begrüßen darf, luft machen, so putze ich das ganze Schiff zum wiederholten Male gründlich durch. Ich wische im Vorschiff alle Stauräume bis zur untersten Bilge nochmal raus und poliere alles Holz in Tinas Bauch. Fesch steht sie da, die Tina! Wenn jetzt ihr kleines britisch-schwedisches Volvo-Penta Herzerl noch schlagen würd und der Wind nicht gar so arg wär, wär alles Klass'!
22:30 Uhr: Es weht wieder ordentlich. Stärker als zuletzt bei Jugo! Die Bora trifft Tina immer besonders hart in ihrem Liegeplatz. Wind genau von achtern, also hinten! Das Schiff hängt in den alten, harten Murings (dicke Taue), die an den Klampen knarzen. Vorhin war ich nochmal draußen um die Gangway zu sichern und die Genuaschoten dichtzuholen, die grässlich in den Umlenkblöcken knarzten. Wollte den Wind messen. Mein kleines Handwindmessgerät zeigte leider zuerst nur irgendwelche Striche und Punkte, dann schließlich gar nix mehr! Klump! Naja, Werbegeschenk von Compass! Trotzdem! Hey, ein maritimer Windmesser sollte doch auf ein wenig mehr an Wind ausgelegt sein, oder?
Die Böen krängen Tina (neigen sie zur Seite) teilweise so sehr, dass ich, wäre ich auf See, schon längst das eine oder andere Reff eingelegt hätte. Nur haben wir aber kein Tuch oben! Allein das Rigg, also der Mast und die Wanten und Stage (Drahtseile die den Mast stützen) bietet genug Angriffsfläche für den Wind! Wie wird das erst morgen, wenn der Wind nochmal zulegt? Wie wird es meinen Eltern ergehen, die sich morgen durch Regen und Sturm zu mir durchkämpfen? Ich hoffe echt, die Maslenica Brücke wird nicht gesperrt und sie kommen save hier an! Die Bora kann so Einiges und für das Gebiet, welches sie durchfahren - gottseidank per Auto - sind an die 60 Knoten Wind angesagt!
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9.5.2019 - Takling-Arbeiten in Mitten einer Ragatta?!
Eine unruhige Nacht! Lange werde ich von Böen wachgehalten, die uns wieder mal ordentlich durchbeuteln um kurz nach 3 Uhr von Starkregen geweckt zu werden. Liege eine Zeit lang wach und beobachte die Geräusche, die das Wasser macht, wenn es auf Tinas Deck und gegen ihr "stehendes Gut", also alles was Tina an metallernem Rigg zu bieten hat, prasselt. Wie so oft, vermeine ich Wasser innerhalb von Tina "laufen" oder tropfen zu hören. Ein kurzer Check genügt auch diesmal, um festzustellen, dass es nur(!) ins Auffang-Gefäß neben dem Vorschiff-Bullauge an Backbord tropft. Ich habe, trotz mehrmaliger Checks auf potentielle Leckagen, leider noch immer keine Ahnung, woher das Wasser von oben kommt!?!?! Trotzdem! Ungut! Irgendwann schlafe ich dann doch recht unruhig weiter …
Vormittags ziehen noch einige Schauer über uns. Weiterhin ist es recht böig! Grausig! Ich verlasse Tina lediglich um einkaufen zu gehen. Brauche Brot, Wasser und etwas Süßes für das Frühstück um mich bei Laune zu halten - an diesem, meinem am 9. Hafentag in Folge! Es droht der Lager- bzw. Hafenkoller!
Ich höre eine Zeit lang das neue Hörbuch, welches ich mir heute noch downgeloaded habe. Das wird mir, obwohl die Geschichte einer Blauwasser-Reise mit jäh-unangenehmem Ende, recht spannend und gut geschrieben ist, dann aber irgendwie zu langweilig. Ich muss was tun! Entschließe mich, die Enden der neuen Reffleinen in den Salon runter zu werfen, damit ich sie dort, im Warmen, mit je einem Takeling versehen kann (Ich habe sie vorgestern etwas übereilt angeschlagen. Wollte einfach sehen, ob alles so läuft wie gedacht). Draußen ist es mir zu unangenehm für diese Arbeit, außerdem funktioniert das mit dem "Verschmoren" der Enden mittelt Feuerzeugs, in der Windstille des Salons weitaus besser, als im windigen Cockpit!
Da das recht gut funktioniert, und ich ohnehin auf Bepo, meinen Mechaniker warten muss, versehe ich auch die Enden meiner, bis dato, zugegebener Maßen recht lieblos angebrachten Fenderleinen, je mit einem Takling! Insgesamt 14 Stück fertige ich an diesem Nachmittag an. Was täte ich sonst, zum Warten gezwungen!?
Bepo kreuzt nicht auf! Vermutlich wurde das Ersatzteil nicht geliefert! Sonst wäre er gekommen! Ich denke, er will die "Baustelle" hier auch abschließen! So wie ich! Falls ich morgen Mittag noch nichts von ihm gehört habe, werde ich anrufen! Es heute zu tun, erscheint mir zu "sekkant"!
Ich entschließe mich, wieder die paar Schritte zum Restaurant "Zlatna Skolija" zu gehen um dort meinen Bärens-Hunger zu stillen! Habe mir heute lediglich eine "Dalmatinska Juha" (Dalmatinische Packlerlsuppe) gemacht. Die war zwar gut und ich habe sie, in einer Geduldsarbeit mit den, mir zur Verfügung stehenden Mitteln, wieder mal ohne Überkocken hinbekommen. Trotzdem. Ich habe Kohldampf!!! Aufs wiederholte Mal freundlichst empfangen, entschließe ich mich, mir ein Steak mit hausgemachter Pfeffersauce und Pommes zu gönnen. Wie könnte es anders sein!? Ich werde nicht enttäuscht! Genialst! Also entweder der kocht wirklich so gut, oder "derr Hungerr isch derrr besccchte Koccccch!", wie der alte Osttiroler Bergführer mal, im Zuge einer Brotzeit-Unterhaltung auf 2300 Meter Seehöhe, gemeint hatte. Wie auch immer! Es war großartig!
Ich interviewe den Wirt noch bzgl. der offensichtlichen Events, die hier im Gange sind. Seit vorgestern trudeln nämlich immer mehr 14-18 Fuß Boote per Anhänger hier ein, werden aufgeriggt, zu Wasser gelassen, probegesegelt und Reih und Glied im Stadthafen abgestellt! Vornehmlich Slovenen, aber auch Deutsche, Tschechen und Österreicher. Eine Regatta? Er weiß es auch nicht, befragt aber einen Mann, der eben an der Wirtshaus-Terrasse vorübergeht, zwar nicht so aussieht, sich aber auszukennen scheint! Offensichtlich ist wirklich eine Regatta im Gange. Inkl. einem 24 Stunden Rennen. Cool! Das mit diesen, mehr oder weniger offenen, recht nass zu segelnden Booten!? Bei diesen Temperaturen?! Cool! So scheinen die Jungs und Mädels auch zu sein! Ich habe ein paar von ihnen, von Tinas Cockpit aus beobachtet, wie sie mit vollem Tuch die enge Hafeneinfahrt reinkreuzten! Sportlich! Respekt!
20:30 Uhr: Himmel ausgeputzt! Windstill! Wir haben das Schlechtwetter hinter uns. Die nächsten beiden Tage sollen gut werden:
Vormittags ziehen noch einige Schauer über uns. Weiterhin ist es recht böig! Grausig! Ich verlasse Tina lediglich um einkaufen zu gehen. Brauche Brot, Wasser und etwas Süßes für das Frühstück um mich bei Laune zu halten - an diesem, meinem am 9. Hafentag in Folge! Es droht der Lager- bzw. Hafenkoller!
Ich höre eine Zeit lang das neue Hörbuch, welches ich mir heute noch downgeloaded habe. Das wird mir, obwohl die Geschichte einer Blauwasser-Reise mit jäh-unangenehmem Ende, recht spannend und gut geschrieben ist, dann aber irgendwie zu langweilig. Ich muss was tun! Entschließe mich, die Enden der neuen Reffleinen in den Salon runter zu werfen, damit ich sie dort, im Warmen, mit je einem Takeling versehen kann (Ich habe sie vorgestern etwas übereilt angeschlagen. Wollte einfach sehen, ob alles so läuft wie gedacht). Draußen ist es mir zu unangenehm für diese Arbeit, außerdem funktioniert das mit dem "Verschmoren" der Enden mittelt Feuerzeugs, in der Windstille des Salons weitaus besser, als im windigen Cockpit!
Da das recht gut funktioniert, und ich ohnehin auf Bepo, meinen Mechaniker warten muss, versehe ich auch die Enden meiner, bis dato, zugegebener Maßen recht lieblos angebrachten Fenderleinen, je mit einem Takling! Insgesamt 14 Stück fertige ich an diesem Nachmittag an. Was täte ich sonst, zum Warten gezwungen!?
Bepo kreuzt nicht auf! Vermutlich wurde das Ersatzteil nicht geliefert! Sonst wäre er gekommen! Ich denke, er will die "Baustelle" hier auch abschließen! So wie ich! Falls ich morgen Mittag noch nichts von ihm gehört habe, werde ich anrufen! Es heute zu tun, erscheint mir zu "sekkant"!
Ich entschließe mich, wieder die paar Schritte zum Restaurant "Zlatna Skolija" zu gehen um dort meinen Bärens-Hunger zu stillen! Habe mir heute lediglich eine "Dalmatinska Juha" (Dalmatinische Packlerlsuppe) gemacht. Die war zwar gut und ich habe sie, in einer Geduldsarbeit mit den, mir zur Verfügung stehenden Mitteln, wieder mal ohne Überkocken hinbekommen. Trotzdem. Ich habe Kohldampf!!! Aufs wiederholte Mal freundlichst empfangen, entschließe ich mich, mir ein Steak mit hausgemachter Pfeffersauce und Pommes zu gönnen. Wie könnte es anders sein!? Ich werde nicht enttäuscht! Genialst! Also entweder der kocht wirklich so gut, oder "derr Hungerr isch derrr besccchte Koccccch!", wie der alte Osttiroler Bergführer mal, im Zuge einer Brotzeit-Unterhaltung auf 2300 Meter Seehöhe, gemeint hatte. Wie auch immer! Es war großartig!
Ich interviewe den Wirt noch bzgl. der offensichtlichen Events, die hier im Gange sind. Seit vorgestern trudeln nämlich immer mehr 14-18 Fuß Boote per Anhänger hier ein, werden aufgeriggt, zu Wasser gelassen, probegesegelt und Reih und Glied im Stadthafen abgestellt! Vornehmlich Slovenen, aber auch Deutsche, Tschechen und Österreicher. Eine Regatta? Er weiß es auch nicht, befragt aber einen Mann, der eben an der Wirtshaus-Terrasse vorübergeht, zwar nicht so aussieht, sich aber auszukennen scheint! Offensichtlich ist wirklich eine Regatta im Gange. Inkl. einem 24 Stunden Rennen. Cool! Das mit diesen, mehr oder weniger offenen, recht nass zu segelnden Booten!? Bei diesen Temperaturen?! Cool! So scheinen die Jungs und Mädels auch zu sein! Ich habe ein paar von ihnen, von Tinas Cockpit aus beobachtet, wie sie mit vollem Tuch die enge Hafeneinfahrt reinkreuzten! Sportlich! Respekt!
20:30 Uhr: Himmel ausgeputzt! Windstill! Wir haben das Schlechtwetter hinter uns. Die nächsten beiden Tage sollen gut werden:
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Takling
8.5.2019 - Na dann halt mal im Hafen, rauf mit den "Fetzen"!
08:30 Uhr: Windstille! Es ist sonnig und warm! Endlich mal wieder! Ich kann schlechtem Wetter zwar gut an, schließlich zählt 1. die Einstellung und 2. gibt es entsprechende Kleidung, aber hey, jetzt wird es aber echt mal Zeit für ein wenig Frühsommer!!! Durch das geile Wetter zusätzlich motiviert hechte ich noch vor dem eigentlichen Frühstück (die 3 Kaffee brauche ich dann doch, um meinen Motor hochzufahren!) an Deck! Heute kann ich das Großsegel hochziehen um die geänderte Leinenführung der Reffs zu checken! Läuft alles super! Freude! Da ich den Fetzen schon oben habe, lege ich auch nacheinander die beiden Reffs ein und mache mir auf dem Groß-Fall entsprechende Markierungen, die mir in Zukunft anzeigen sollen, wie weit dieses zu fieren ist, damit ich die entsprechende Reffreihe bedienen kann.
Außerdem optimiere ich noch die Führung der Genua Furling-Leine. Diese läuft jetzt auch noch einen ticken besser zurück ins Cockpit, was mir das Einholen des Vorsegels nochmal ein wenig erleichtern sollte!
Zumindest im Hafen mal wieder Segel gesetzt (Tina mit 2. Reff im Groß, sowie mit voller Genua):
Segeltechnisch sollte Tina nun fit sein! Bleibt zu hoffen, dass morgen, der, seit letztem Freitag bestellte Ersatzteil geliefert und auch montiert wird! Bis jetzt sagen die Wetterdienste nämlich noch passables Wetter für Freitag und Samstag voraus und ich will nun endlich mal wieder RAUS!!!
Für die Kulinariker unter meinen geneigten Lesern:
Nachdem ich gestern durch Zufall im Restaurant Zlatna Skolijka gelandet bin und dort das wohl allerbeste Cordon-Bleu vom Kalb meines Lebens gegessen habe, statte ich heute dem Nachbarn, der Pizzeria Toni, einen Besuch ab und werde nicht enttäuscht! Pizza Ruccola at it's best! Kulinarisch gesehen also auch alles im grünen Bereich hier!
Bezahlt hab ich heute 85 Kuna (= € 11,50) für ne leckere Pizza und ein Bier und gestern 115 Kuna (= € 15,50) für ein riesiges, echt zartes und geschmacklich hervorragendes Cordon-Bleu mit Pommes und 2 Fassbier! Zur Freude aller Biertrinker und Kaffeetanten (ich bin zugegebener Maßen beides) sind die diesbezüglichen Genussmittel übrigens echt sehr günstig hier! Thank God! Ich habe noch KEIN Bier (egal ob vom Faß oder from the bottle) über 20 Kuna, also € 2,70 erstehen müssen! 15-16 Kuna, also ein weinig über 2 Euro für ein großes Bier, ist hier so der Normalpreis! Beer-Drinkers Paradise! :)
Außerdem optimiere ich noch die Führung der Genua Furling-Leine. Diese läuft jetzt auch noch einen ticken besser zurück ins Cockpit, was mir das Einholen des Vorsegels nochmal ein wenig erleichtern sollte!
Zumindest im Hafen mal wieder Segel gesetzt (Tina mit 2. Reff im Groß, sowie mit voller Genua):
Segeltechnisch sollte Tina nun fit sein! Bleibt zu hoffen, dass morgen, der, seit letztem Freitag bestellte Ersatzteil geliefert und auch montiert wird! Bis jetzt sagen die Wetterdienste nämlich noch passables Wetter für Freitag und Samstag voraus und ich will nun endlich mal wieder RAUS!!!
Für die Kulinariker unter meinen geneigten Lesern:
Nachdem ich gestern durch Zufall im Restaurant Zlatna Skolijka gelandet bin und dort das wohl allerbeste Cordon-Bleu vom Kalb meines Lebens gegessen habe, statte ich heute dem Nachbarn, der Pizzeria Toni, einen Besuch ab und werde nicht enttäuscht! Pizza Ruccola at it's best! Kulinarisch gesehen also auch alles im grünen Bereich hier!
Bezahlt hab ich heute 85 Kuna (= € 11,50) für ne leckere Pizza und ein Bier und gestern 115 Kuna (= € 15,50) für ein riesiges, echt zartes und geschmacklich hervorragendes Cordon-Bleu mit Pommes und 2 Fassbier! Zur Freude aller Biertrinker und Kaffeetanten (ich bin zugegebener Maßen beides) sind die diesbezüglichen Genussmittel übrigens echt sehr günstig hier! Thank God! Ich habe noch KEIN Bier (egal ob vom Faß oder from the bottle) über 20 Kuna, also € 2,70 erstehen müssen! 15-16 Kuna, also ein weinig über 2 Euro für ein großes Bier, ist hier so der Normalpreis! Beer-Drinkers Paradise! :)
Labels: Segeln, EOL30, Sotas Botvarv, Dalmatien
Boat life,
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Food&Drink
7.5.2019 - The "Junior-rigger" / Test-hoisting the Storm-Jib
Heute feiere ich quasi einen "Runden" - meinen 50. Tag auf Tina! Und, wie passend, meint es der Wettergott auch wieder gut mit mir.
Gestern schon hat es aufgehört zu Regnen. Aber Wind gab's dann doch noch jede Menge. Kalten Nordost! Bora halt! Somit hatte ich keine Lust, irgendwas an Deck zu tun und mir dabei den Arsch ab zu frieren und habe stattdessen Luka besucht, um ihm, als Dankeschön für seine großartige Hilfe, einen kleinen Geschenkskorb mit Produkten (u.A. natürlich Biere) aus der Heimat zu überreichen.
Zurück auf Tina hab ich dann, nach langer Zeit wieder mal meine Gitarre ausgepackt und ein wenig geübt. Mann, bin ich eingerostet! Ich hoffe ich komme in den nächsten Wochen/Monaten wieder mehr dazu zu üben! Überhaupt, sollt ich wieder mal mein Repertoire erweitern. Mein "Programm" wird mir schon langsam etwas fad! Vielleicht ist, wenn neue Nummern mit ins Spiel kommen, dann auch wieder mehr Anreiz zum Üben da!? Mal sehen …
Kurz überlege ich noch, angesichts meines und Tinas Jubiläums heute nochmal alle Viere gerade sein zu lassen und zu faulenzen, aber dazu war ich in den letzten Tagen ohnehin gezwungen. Nein! Ich will endlich wieder was weiter bekommen! Heute mache ich Ernst, mit den anstehenden Arbeiten an Deck!
Zuerst befreie ich Tina von ihrem "Regenverdeck". Es sollte bis Donnerstag trocken bleiben und das Teil ist 1. hässlich, 2. ist es irre umständlich durch das Leinengewirr ins Cockpit zu gelangen und 3. brauche ich Platz zum Arbeiten.
Dann will ich die Reffleinen erneuern! Dazu muss ich das neu erworbene "laufende Gut" irgendwie durch den Baum bringen. Das geht am Besten, in dem man dieses mit den alten Leinen verbindet und damit durchzieht, lese ich im Internet nach. Nur darf die Verbindung keinesfalls aufgehen, sonst ist man, auf gut Österreichisch "im Ar*** daham" und es darf auch nicht geknotet werden, damit alles gut durch die engen Führungen rutschen kann! Ich entschließe mich, die beiden Leinenenden zusammenzunähen, was recht gut klappt. Das Segelgarn hält bombenfest!
So ist es dann doch nicht mehr so ein großer Nervenkitzel, die Leinen durchzuziehen, wie angenommen! Danach lenke ich die beiden neuen Reffleinen ins Cockpit um. Ich habe sie extra entsprechend lange genommen! Dafür nutze ich die je 2 freien Plätze an der Decksumlenkung sowie am steuerbordseitigen 3fach Stopper, wo bisher nur das Großfall geführt wurde. Am Mastfuß installiere ich 2 zusätzliche Blöcke. Schaut schon mal super aus und sämtliche Leinen laufen super easy! Passt! Ich bin zufrieden!
Da ich kein Einleinen-Reffsystem habe, muss ich zwar immer noch zum Mast um die entsprechende Reffkausch einzuhaken, aber ich kann zumindest die beiden Reffleinen und das Großfall vom Cockpit aus durchsetzen! Zudem habe ich im Cockpit, im Gegensatz zum Mast auch selbstholende Winschen. Das sollte das Reffen nun um einiges erleichtern und vor allem sicherer machen!
Nach diesem, meinem ersten Erfolg als "Junior-Rigger" mache ich mich daran, die mit Tina mitgekaufte Sturmfock Probe zu hissen. Das Teil ist zwar, wie Tina, 35 Jahre alt, aber noch gänzlich unbenützt. Ja, ich denke, das Segel wurde noch nicht einmal ausgefaltet, in all den Jahren! Es windet noch immer ordentlich, also bereite ich noch im Schutze des Cockpits alles vor. Ich krame passende Schoten aus der Backskiste und div. Schäkel aus meiner Ersatzteilbox. Dann schleppe ich alles aufs Vorschiff und lege los.
Da ich kein Kutterstag oder 2. Vorstag habe, verwende ich Spi-Fall 1 als Vorstag. An diesem schlage ich die Sturmfock mittels Stagreitern an und ziehe sie mit dem Spi-Fall 2 hoch. Die Schoten führe ich durch die vorderen Cars! Der Holepunkt passt perfekt! OK, das aus dem Spi-Fall 1 kreierte Behelfs-Vorstag könnte noch etwas besser durchgesetzt sein, aber im Prinzip schaut das schon mal recht gut aus und müsste funktionieren! Wieder bin ich bin zufrieden!
Tina mit gehisster Sturmfock. Die Genuaschoten werden im Ernstfall natürlich weggenommen. Das war mir für den Test zu viel Arbeit ;)
Leider habe ich noch 2 weitere Hafentage vor mir! Am Donnerstag wird angeblich der Ersatzteil geliefert und hoffentlich auch gleich verbaut, denn Freitag/Samstag sollte das Wetter noch halbwegs passen um auszufahren. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, zumindest ein paar Meilen segeln gehen zu können, bevor am Sonntag schon wieder das nächste Tief über uns ziehen wird.
Gestern schon hat es aufgehört zu Regnen. Aber Wind gab's dann doch noch jede Menge. Kalten Nordost! Bora halt! Somit hatte ich keine Lust, irgendwas an Deck zu tun und mir dabei den Arsch ab zu frieren und habe stattdessen Luka besucht, um ihm, als Dankeschön für seine großartige Hilfe, einen kleinen Geschenkskorb mit Produkten (u.A. natürlich Biere) aus der Heimat zu überreichen.
Zurück auf Tina hab ich dann, nach langer Zeit wieder mal meine Gitarre ausgepackt und ein wenig geübt. Mann, bin ich eingerostet! Ich hoffe ich komme in den nächsten Wochen/Monaten wieder mehr dazu zu üben! Überhaupt, sollt ich wieder mal mein Repertoire erweitern. Mein "Programm" wird mir schon langsam etwas fad! Vielleicht ist, wenn neue Nummern mit ins Spiel kommen, dann auch wieder mehr Anreiz zum Üben da!? Mal sehen …
Kurz überlege ich noch, angesichts meines und Tinas Jubiläums heute nochmal alle Viere gerade sein zu lassen und zu faulenzen, aber dazu war ich in den letzten Tagen ohnehin gezwungen. Nein! Ich will endlich wieder was weiter bekommen! Heute mache ich Ernst, mit den anstehenden Arbeiten an Deck!
Zuerst befreie ich Tina von ihrem "Regenverdeck". Es sollte bis Donnerstag trocken bleiben und das Teil ist 1. hässlich, 2. ist es irre umständlich durch das Leinengewirr ins Cockpit zu gelangen und 3. brauche ich Platz zum Arbeiten.
Dann will ich die Reffleinen erneuern! Dazu muss ich das neu erworbene "laufende Gut" irgendwie durch den Baum bringen. Das geht am Besten, in dem man dieses mit den alten Leinen verbindet und damit durchzieht, lese ich im Internet nach. Nur darf die Verbindung keinesfalls aufgehen, sonst ist man, auf gut Österreichisch "im Ar*** daham" und es darf auch nicht geknotet werden, damit alles gut durch die engen Führungen rutschen kann! Ich entschließe mich, die beiden Leinenenden zusammenzunähen, was recht gut klappt. Das Segelgarn hält bombenfest!
So ist es dann doch nicht mehr so ein großer Nervenkitzel, die Leinen durchzuziehen, wie angenommen! Danach lenke ich die beiden neuen Reffleinen ins Cockpit um. Ich habe sie extra entsprechend lange genommen! Dafür nutze ich die je 2 freien Plätze an der Decksumlenkung sowie am steuerbordseitigen 3fach Stopper, wo bisher nur das Großfall geführt wurde. Am Mastfuß installiere ich 2 zusätzliche Blöcke. Schaut schon mal super aus und sämtliche Leinen laufen super easy! Passt! Ich bin zufrieden!
Da ich kein Einleinen-Reffsystem habe, muss ich zwar immer noch zum Mast um die entsprechende Reffkausch einzuhaken, aber ich kann zumindest die beiden Reffleinen und das Großfall vom Cockpit aus durchsetzen! Zudem habe ich im Cockpit, im Gegensatz zum Mast auch selbstholende Winschen. Das sollte das Reffen nun um einiges erleichtern und vor allem sicherer machen!
Nach diesem, meinem ersten Erfolg als "Junior-Rigger" mache ich mich daran, die mit Tina mitgekaufte Sturmfock Probe zu hissen. Das Teil ist zwar, wie Tina, 35 Jahre alt, aber noch gänzlich unbenützt. Ja, ich denke, das Segel wurde noch nicht einmal ausgefaltet, in all den Jahren! Es windet noch immer ordentlich, also bereite ich noch im Schutze des Cockpits alles vor. Ich krame passende Schoten aus der Backskiste und div. Schäkel aus meiner Ersatzteilbox. Dann schleppe ich alles aufs Vorschiff und lege los.
Da ich kein Kutterstag oder 2. Vorstag habe, verwende ich Spi-Fall 1 als Vorstag. An diesem schlage ich die Sturmfock mittels Stagreitern an und ziehe sie mit dem Spi-Fall 2 hoch. Die Schoten führe ich durch die vorderen Cars! Der Holepunkt passt perfekt! OK, das aus dem Spi-Fall 1 kreierte Behelfs-Vorstag könnte noch etwas besser durchgesetzt sein, aber im Prinzip schaut das schon mal recht gut aus und müsste funktionieren! Wieder bin ich bin zufrieden!
Tina mit gehisster Sturmfock. Die Genuaschoten werden im Ernstfall natürlich weggenommen. Das war mir für den Test zu viel Arbeit ;)
Leider habe ich noch 2 weitere Hafentage vor mir! Am Donnerstag wird angeblich der Ersatzteil geliefert und hoffentlich auch gleich verbaut, denn Freitag/Samstag sollte das Wetter noch halbwegs passen um auszufahren. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, zumindest ein paar Meilen segeln gehen zu können, bevor am Sonntag schon wieder das nächste Tief über uns ziehen wird.
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5.5.2019 - Im "Auge des Zyklons" ;-)
Da Sonntag ist und ich gestern doch noch lange mit Schreiben (und auskurieren, also Tee mit Rum trinken) verbracht habe, schlafe ich heute mal so richtig aus! Erst um halb 10 Uhr krieche ich aus meiner Koje und beginne den Tag, wie üblich, mit dem Check der neuesten Wetterdaten, begleitet von einer Hand voll Espressos. Obwohl ich, nach nur 2-tägiger Rum-Kur, erstaunlicher Weise wieder recht fit bin, komme ich irgendwie nicht in die Gänge. Vielleicht weil es gar so ruhig ist?! Die Marina ist wie ausgeputzt! Keine Menschenseele zu sehen! Sind die alle vor der Schlechtwetterperiode geflüchtet? Zudem steht jetzt feucht-warme Luft bleiern schwer in der Bucht. Der Wind hat sich komplett gelegt und es ist nun drückend schwül geworden. Eine irgendwie fast ein wenig bedrückende Szenerie. Kurz kommt mir in den Sinn, ich könnte mich nun "im Auge des Zyklons" befinden. Ich muss lachen! Ja, im Prinzip befinde ich mich "im Auge" eines Tiefs (welches, in Meteorologen-Kreisen, in der Tat "Zyklon" genannt wird) und kriege dessen Front ab, aber irgendwie klingt das dann schon ein wenig zu dramatisch für ein kleines Adria-Tief.
Gegen Mittag räume ich dann doch die Backskiste aus, entsorge wieder einiges an unnötigem Kram und starte einen neuerlichen Versuch, diese mit einer Art Ordnungssystem zu versehen! Klappt wieder nicht! Zwar wird der Stauraum mit jedem Mal Durchräumen sukzessive ordentlicher, aber ich bin bei weitem noch nicht zufrieden!
Ich kann, nach getaner Arbeit, gerade noch ein Bierchen im Cockpit genießen, da dreht der Wind auch schon auf NO! Sie ist da! Die Bora, oder Bura, wie die Einheimischen sagen! Beinahe auf die Minute genau prognostiziert! Echt erstaunlich, wie die das heutzutage hinkriegen! Diesmal ist, für eine klassische Bora-Lage eher unüblich, auch noch Regen dabei! Bald klatschen dicke Tropfen gegen Tinas Steckschot (die Eingangstür) - das Regenverdeck aus der Zeltplane, von der ich eigentlich immer noch nicht weiß, wofür sie wirklich gehören könnte, welches mir bei der gestrigen Jugo-Lage, gute Dienste erwiesen hat, ist heute wirkungslos! Der Regen ergießt sich teilweise waagerecht genau von Achtern in Tinas Cockpit! Schnell ab nach unten! Es wird ja auch Zeit für einen Tee! :) Ich will doch gesund sein, wenn auch Tinas Wehwehchen wieder gut sind!
Gegen 18h will ich ein Wetterfenster nutzen um die Duschen aufzusuchen. Hin komme ich trocken. Zurück wie ein gebadeter Hund! Es schüttet mittlerweile wieder derart, dass ich nach dem nur 50 Meter langen Weg, zurück zu Tina ein 2. Mal geduscht werde! Also rein, Heizung marsch und die nassen Klamotten im Salon verteilt aufgehängt. Was tät ich echt ohne meine Heizstrahler. Sie funktionieren zwar beide nicht 100%ig zuverlässig - wohl weil einer 30 Jahre alt und der andere einfach totales Billigsdorfer-Klump ist - jedoch einer von den beiden Jungs lässt mich mittlerweile nie im Stich! Frieren musste ich an Bord seit dem Februar-Vorfall nicht mehr!

Mein Vorhaben, Toni's Pizzeria auszuprobieren - ich koste mich gerade durch den Ort -, verwerfe ich aufgrund der Wettersituation. Ich möchte ungern in vollem Ölzeug im Restaurant einmarschieren und anders wären die 500 Meter wohl nicht zu schaffen, ohne in nassen Hosen beim Abendessen sitzen zu müssen. Also koche ich mir Tomatensuppe, was, anders als die gestrige Aktion mit der Schwammerlsuppe, nicht in einer komplett versauten Pantry (=Küche) endet. So langsam bekomme ich das Suppe Kochen mit Induktionsplatte und kleinen Töpfen nun hin! Das ist echt eine permanente Gratwanderung zwischen Überkochen und nicht Aufkochen, aber mit Gefühl, zwischen niedrigster Stufe und Aus, hin und her geschaltet, lässt sich das Packerlsuppenmanöver auch weitgehend ohne Sauerei erledigen.
Gegen Mittag räume ich dann doch die Backskiste aus, entsorge wieder einiges an unnötigem Kram und starte einen neuerlichen Versuch, diese mit einer Art Ordnungssystem zu versehen! Klappt wieder nicht! Zwar wird der Stauraum mit jedem Mal Durchräumen sukzessive ordentlicher, aber ich bin bei weitem noch nicht zufrieden!
Ich kann, nach getaner Arbeit, gerade noch ein Bierchen im Cockpit genießen, da dreht der Wind auch schon auf NO! Sie ist da! Die Bora, oder Bura, wie die Einheimischen sagen! Beinahe auf die Minute genau prognostiziert! Echt erstaunlich, wie die das heutzutage hinkriegen! Diesmal ist, für eine klassische Bora-Lage eher unüblich, auch noch Regen dabei! Bald klatschen dicke Tropfen gegen Tinas Steckschot (die Eingangstür) - das Regenverdeck aus der Zeltplane, von der ich eigentlich immer noch nicht weiß, wofür sie wirklich gehören könnte, welches mir bei der gestrigen Jugo-Lage, gute Dienste erwiesen hat, ist heute wirkungslos! Der Regen ergießt sich teilweise waagerecht genau von Achtern in Tinas Cockpit! Schnell ab nach unten! Es wird ja auch Zeit für einen Tee! :) Ich will doch gesund sein, wenn auch Tinas Wehwehchen wieder gut sind!
Gegen 18h will ich ein Wetterfenster nutzen um die Duschen aufzusuchen. Hin komme ich trocken. Zurück wie ein gebadeter Hund! Es schüttet mittlerweile wieder derart, dass ich nach dem nur 50 Meter langen Weg, zurück zu Tina ein 2. Mal geduscht werde! Also rein, Heizung marsch und die nassen Klamotten im Salon verteilt aufgehängt. Was tät ich echt ohne meine Heizstrahler. Sie funktionieren zwar beide nicht 100%ig zuverlässig - wohl weil einer 30 Jahre alt und der andere einfach totales Billigsdorfer-Klump ist - jedoch einer von den beiden Jungs lässt mich mittlerweile nie im Stich! Frieren musste ich an Bord seit dem Februar-Vorfall nicht mehr!

Mein Vorhaben, Toni's Pizzeria auszuprobieren - ich koste mich gerade durch den Ort -, verwerfe ich aufgrund der Wettersituation. Ich möchte ungern in vollem Ölzeug im Restaurant einmarschieren und anders wären die 500 Meter wohl nicht zu schaffen, ohne in nassen Hosen beim Abendessen sitzen zu müssen. Also koche ich mir Tomatensuppe, was, anders als die gestrige Aktion mit der Schwammerlsuppe, nicht in einer komplett versauten Pantry (=Küche) endet. So langsam bekomme ich das Suppe Kochen mit Induktionsplatte und kleinen Töpfen nun hin! Das ist echt eine permanente Gratwanderung zwischen Überkochen und nicht Aufkochen, aber mit Gefühl, zwischen niedrigster Stufe und Aus, hin und her geschaltet, lässt sich das Packerlsuppenmanöver auch weitgehend ohne Sauerei erledigen.
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30.3.2019 - Auf in die zweite Trainingswoche
Die erste Trainingswoche ist nun um. Heute um 15:00 Uhr geht's in die zweite Runde! Bisher alles schwer in Ordnung! Hatten Bora! Somit waren die Bedingungen perfekt für meine ersten Starkwind-Erfahrungen! Sind auch einen 3 Tages Törn gefahren! Biograd-Zlarin-Murter-Biograd! Die Dufour 460 Grand Large läuft super! Mit voller Genua und Groß im 2. Reff trieben wir das Ding bis auf 9,8 Knoten! Irre! Mehr kann ich im Moment nicht schreiben. Irgendwie stressig das Ganze mit dem Hin und Her zwischen Tina und der Schulflotte, aber ich möchte es nicht anders! Schon gut, wenn man auch mal ein wenig Privatsphäre und seine eigene Koje hat. Wenn wir auf Törn sind, schlafe ich im Salon der Dufour! Passt auch!
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23.3.2017 - Endlich losgekommen! Und dann noch Delfine!
03:30 Uhr: Ich wache auf, springe an Deck und checke das Echolot. Dieses misst 1,2 Meter - das sind vermutlich so an die 10 cm unter dem unter dem Kiel! Das ist mir noch zu unsicher! Da ich ohnehin nicht mehr schlafen kann, die Anspannung ist einfach zu groß, mache ich mir Kaffee und esse Nutellabrote! Sonst frühstücke ich ja nicht, so kurz nach dem Aufstehen, aber heute brauche ich auf jeden Fall Energie! Heute MUSS es passieren! Tina und ich wären ja schon gestern bereit gewesen, doch die blöde Tide hat uns einen weiteren Tag Verzögerung eingebracht!
Um 04:30 Uhr springt das Echolot von 1,2 auf 1,3 Meter um! Jetzt oder nie! Das angesagte Hochwasser sollte relativ milde ausfallen. Womöglich wird's gar nicht mehr mehr?! Jetzt oder nie! Ich mache Tina startklar, und will das Ablegemanöver genauso anlegen, wie das gestrige. Jetzt steht das Wasser deutlich höher als gestern Vormittag, bei meinem gescheiterten Ablegeversuch! Nun müsste es gehen! Tut es auch! Nachdem ich mir im ersten Anlauf die steuerbord Muring des Liegeplatznachbarn "einfahre"... ich wollte möglichst eng an diesem vorbei, raus aus meinem Liegeplatz. Die Untiefe, die uns gestern für 5,5 Stunden gefangen hielt, unbedingt vermeiden! Die mitgenommen Muring wurde ich aber schnell wieder los. Pinne hart steuerbord! Kurzer Schub vorwärts und schon löst sich die Muringleine von Tinas Ruderblatt und sinkt zu Boden. Wieder retour! Wir sind frei! Unterwegs! Endlich!
Was mich nun, eine Stunde vor Sonnenaufgang, nach der Hafenausfahrt erwartet, ist für mich gänzlich neu - aber auch wunderschön! Würde mein Motor nicht vor sich hinbrummen, es wäre totenstill hier draußen. Nur einem Fischer, im unbeleuchteten Boot, muss ich schon kurz nach der Hafenausfahrt ausweichen. Sonst ist hier niemand! Auch die Seevögel scheinen noch zu schlafen!
Ich steuere im Stehen - die Pinne zwischen den Beinen - aus der Bucht von Jezera heraus und um das Rt. Rat, eine markante Landmarke ganz im Süden von Murter, rum. Danach will ich den Autopiloten aktivieren, damit ich die Szenerie noch mehr genießen kann, und nicht ständig selbst steuern muss. Doch dieser lässt mich im Stich! Das Ding hatte letztens schon Mätzchen gemacht, funktionierte dann aber wieder! Gerade jetzt, da ich allein am Boot bin und einen "eisernen Rudergänger" dringend brauchen könnte, gibt das verdammte Ding seinen Geist auf! Naja, gehe ich halt selbst Ruder! Ich habe ja alles was ich brauche im Cockpit. Bananen, 2 weitere Nutellabrote, Wasser, Zigaretten und das IPad zum Navigieren. Mein Handy, um Fotos zu schießen, ist ohnehin immer dabei. Die Szenerie ist gewaltig! Dieses Seegebiet habe ich ja schon einige Male befahren, aber nie um diese Tageszeit! Genial! Schade, dass ich das mit niemandem teilen kann! Diese Pastellfarben am Himmel über den Kornaten! Toll!
Als ich nach gut 2/3 der Strecke, Vrgada, eine Insel die mir sehr gut aus meiner Motorboot-Zeit bekannt ist, passiere, DAS Highlight des Tages! Delfine! Irre! Ich kann es kaum glauben, dass mich diese auf meiner allerersten Einhandfahrt besuchen kommen! Danke! Vielen, vielen Dank!!! Das ist erst das zweite Mal, dass ich Delfinen in freier Natur begegne! Gerade jetzt hätte sich der Autopilot aber sowas von bezahlt gemacht. Ich muss leider an der Pinne stehen, und kann somit keine ordentlichen Fotos und Videos von diesen genialen Geschöpfen machen. Aber immerhin gibt es ein wenig Beweismaterial! Eine Delfinschule von mindestens 5 Tieren, schwimmt gemütlich geschätzte 100 Meter backbords von mir. Geil!
Nicht ahnend, dass es diesmal auch funktioniert, denke mir, lockst sie halt an, wie beim letzten Mal, und beginne ich zu jubeln und rufen! Sie tauchen immer wieder auf und ab, aber sie nähern sich. Ich rufe weiter! Noch lauter! Sie nähern sich weiter, bis sie schließlich eine Zeit lang neben dem Boot herschwimmen und sogar darunter durchtauchen! Herrlich! Wahnsinn! Und das an diesem, so schon so besonderen Tag! Vor dieser Insel, die die allererste Insel war, die ich als Skipper eines 6 Meter Motorbootes angelaufen bin! Und jetzt das hier! Ich werd verrückt! All die Mühe und Anstrengung, ja all die Sorgen der letzten beiden Monate und jetzt DAS hier! Geil! Danke! Ich sehe das als den Lohn, den ich mir gestern noch erbeten habe!
Weit ist es nicht mehr bis Biograd, so treibe ich um 09:40 schon vor der Hafeneinfahrt der Marina Kornati. Ich bringe die Fender aus und belege die Festmacherleinen an den vorlichen Klampen! Dann melde ich mich noch telefonisch beim MarinaOffice und bekomme eine ungefähre Angabe, wo mein Liegeplatz denn sein könnte! Es würde ein Mariniero auf mich warten! OK! Na dann schauma mal ....
Es kann losgehen! Endspurt! Jetzt nur keinen Fehler mehr machen! Ich drossle Tinas Motor! Standgas! Wir gleiten durch die Hafeneinfahrt und als ich schon fast am Ende der "Hauptverkehrsstraße" der riesigen Marina bin, winkt mir ein Mann im weißen Polo. Das kann nur mir gelten! Er deutet in eine Richtung, in der ich zuerst gar keine weitere Boxengasse mehr vermute, aber doch - da geht's ja nochmal rum! Ich drehe nach steuerbord ab und biege ein! 30 Meter weiter steht schon wieder einer und winkt! Der selbe Mariniero. Ich soll nun in eine weitere Boxengasse abbiegen. Okay?! Na ob das gut geht! Es wird nun subjektiv gesehen immer enger! Am Molenkopf des Steges, nach dem ich rein soll, hängt eine in Österreich geflaggte Bavaria 37. Jemand ist im Cockpit und schaut mir zu, wie ich stehend, mit der Pinne zwischen den Knien, etwas desorientiert vorüberfahre. Ich probier's: "Is do eh gnuag Plotz? Der hätt ma do eina deit!" Und siehe da! Ich bekomme ein freundliches: "Jo, san eh nu 2 Plätz frei! Ganz vurn!" zurück! Danke! Das dämpft mein Gefühl der Unsicherheit, den winkenden Menschen missverstanden haben zu können. Also ziehe ich an der Pinne und gleite in die hoffentlich letzte Boxengasse dieses Irrgartens. Ganz im letzten Eck steht er dann, der Herr, der mich auf seinem Fahrrad, von Steg zu Steg sprintend, hier herein gelotst hat! Das Anlegemanöver funktioniert einwandfrei! Wie fast alle Marinieros, ist auch dieser junge Mann äußerst freundlich, ruhig und hiflsbereit. Ich übergebe ihm die Schiffspapiere und er zeigt mir noch die Wege zu den Sanitäranlagen und zur Rezeption. Dann zieht er ab. Schade! Hätte gerne mit jemandem ein Anlegerbier auf meine gelungene erste Einhandfahrt getrunken!
Ich bringe das Landstromkabel aus, montiere den Cockpittisch und setze mich allein mit einem Bier hin. In diesem Moment schlendert der österreichische Typ vom Molenkopf an Tina vorbei! "So früh schon?!" meint er! "Naja, ich bin seit halb 4 auf und seit 5 unterwegs!" "OK, dann geht das!" Er lacht! Ich bitte ihn herauf zu mir! Schließlich habe ich eine Kühlbox voll kühlem Bier! Er zögert kurz, lässt sich dann aber zu einem Frühstücksbier überreden! Wir unterhalten uns gut! Ich erfahre, dass er seit 3 Jahren, von März bis Oktober hier auf dem Schiff lebt, sein Boot jedoch dieses Jahr nach Korfu überstellen möchte, um sich von dort aus, dann weiter nach Sizilien - und eventuell weiter! - vorzuarbeiten. Super! So weit wär ich auch schon gern! Ich muss wohl noch ein paar Jährchen arbeiten, bevor ich diesen Traum ebenfalls leben kann!
Nachdem ich die Duschen aufgesucht habe, will ich die Distanzen hier in der Marina checken. Ich liege mit Tina in der Marina Süd - die Schulschiff-Flotte in der Zentral-Marina. Es ist wohl ein ganz schönes Stück zu gehen, ganz rum um den Hafen! Obwohl ich nicht viel gegessen habe, war ich schon Tage lang nicht mehr so hungrig wie heute! Ist es die Anspannung die abfällt? Oder doch die Seeluft? Ich beschließe die Gehzeit zum Steg, an dem die Schulschiffe liegen, zu stoppen, in dem ich das Marina-Restaurant aufsuche, welches genau vor jenem Steg liegt! Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Das Restaurant, und somit die Ausbildungs-Basis, erreiche ich in 10 Minuten flotten Gehens! Passt! Ich esse vorzüglich und gehe dann wieder zurück zu Tina, um ein wenig zu schreiben.
15:00 Uhr: Auf der Terrasse des Marina-Restaurants sehe ich Alex, den Chef. Den frag ich gleich mal, welchem der beiden Schulungsschiffe ich zugeteilt bin. Es ist die "Athi". Der Skipper seie schon an Bord! Also suche ich gleich mal das genannte Schiff! Da ist niemand im Cockpit! Eigentlich soll man ja nicht ungefragt auf ein Boot gehen, aber in diesem Fall .... ich steige über und finde den offensichtlichen Skipper am Boden des Salons rumkriechen. "Hallo, ich bin der Max! Ich komme zur FB2 Ausbildung!". Der Mensch, dessen "Maurer-Dekolleté" ich eben noch zu Gesicht bekommen habe, blickt zu mir auf! "Servus, ich bin der Stefan! Mach mich grad ein wenig mit dem Schiff vertraut." "Gut, dann kann ich ja gleich mitmachen!" "Jo sicher!" Stefan wirkt etwas gestresst. Dürfte eben erst angekommen sein. Er huscht durch den Salon, raus ins Cockpit, an Deck, wieder zurück, wieder rauf! Immer irgendwelche Dinge checkend! Innerlich schmunzle ich! Irgendwoher kenn ich das! Ich warte auf Anweisungen, darf aber vorerst nur rumstehen!
Dann werde ich endlich mal eingeteilt! Wir wechseln eine Genua-Shot und kappen die marode Leine in insgesamt 12 kurze Stücke, zum Knoten üben! Stefan hat nun schon auf Lehrmodus umgeschaltet und zeigt mir auch gleich mal eine Version des Palstek, die ich noch nicht kannte! Den "Gesteckten-Palstek"! Den muss ich zwar erst verinnerlichen, aber dürfte echt viel einfacher und schneller (in manchen Fällen, somit sicherer) zu knüpfen sein. Danke! Dann kommt auch noch Michi, einer der anderen FB2 Trainer, mit dem ich letzten Herbst gemeinsam das ISAF Offshore Survival Training absolviert habe, vorbei! Ich meine, ich hätte gehofft, ihn als Trainer zu haben, aber der Bayer (Skipper Stefan) sei ja anscheinend auch ein "klasser Bursch", was er mir bestätigt! Aber wir werden uns in der nächsten Woche sicher das eine oder andere Mal treffen um gemeinsam das eine oder andere Bier zu trinken! Ich mag den Michi! Tiroler! Alpenskipper quasi! Ebenfalls RYA Yachtmaster Ocean - was "höheres" gibt's nimmer! Ein sympathischer Typ. Ebenfalls Raucher!
Dann trudelt auch schon der Rest der Crew ein und es geht los! Vorstellungsrunde, Sicherheitseinweisung, Deck-Walk, ... das übliche Programm halt! Nach einer Runde "Lassowerfen" beendeten wir den ersten Trainingstag mit einem Kroatischen Cola (Karlovacko Bier) im Cockpit von "Athi", der Dufour Grand Large 460, mit der ich morgen schon fahren darf!
Was für ein Tag! Irre viel passiert heute! Vor nicht mal 19 Stunden habe ich in Jezera abgelegt, einen wahnsinnig tollen Sonnenaufgang und eine einzigartige Morgenstimmung, allein auf dem Meer erleben dürfen, eine tolle Begegnung mit Delfinen gehabt und einige nette Menschen kennengelernt! Ich sage danke und freue mich schon auf morgen! Bin gespannt, was Skipper Stefan noch so zu erzählen hat! Gute Nacht!
Um 04:30 Uhr springt das Echolot von 1,2 auf 1,3 Meter um! Jetzt oder nie! Das angesagte Hochwasser sollte relativ milde ausfallen. Womöglich wird's gar nicht mehr mehr?! Jetzt oder nie! Ich mache Tina startklar, und will das Ablegemanöver genauso anlegen, wie das gestrige. Jetzt steht das Wasser deutlich höher als gestern Vormittag, bei meinem gescheiterten Ablegeversuch! Nun müsste es gehen! Tut es auch! Nachdem ich mir im ersten Anlauf die steuerbord Muring des Liegeplatznachbarn "einfahre"... ich wollte möglichst eng an diesem vorbei, raus aus meinem Liegeplatz. Die Untiefe, die uns gestern für 5,5 Stunden gefangen hielt, unbedingt vermeiden! Die mitgenommen Muring wurde ich aber schnell wieder los. Pinne hart steuerbord! Kurzer Schub vorwärts und schon löst sich die Muringleine von Tinas Ruderblatt und sinkt zu Boden. Wieder retour! Wir sind frei! Unterwegs! Endlich!
Was mich nun, eine Stunde vor Sonnenaufgang, nach der Hafenausfahrt erwartet, ist für mich gänzlich neu - aber auch wunderschön! Würde mein Motor nicht vor sich hinbrummen, es wäre totenstill hier draußen. Nur einem Fischer, im unbeleuchteten Boot, muss ich schon kurz nach der Hafenausfahrt ausweichen. Sonst ist hier niemand! Auch die Seevögel scheinen noch zu schlafen!
Ich steuere im Stehen - die Pinne zwischen den Beinen - aus der Bucht von Jezera heraus und um das Rt. Rat, eine markante Landmarke ganz im Süden von Murter, rum. Danach will ich den Autopiloten aktivieren, damit ich die Szenerie noch mehr genießen kann, und nicht ständig selbst steuern muss. Doch dieser lässt mich im Stich! Das Ding hatte letztens schon Mätzchen gemacht, funktionierte dann aber wieder! Gerade jetzt, da ich allein am Boot bin und einen "eisernen Rudergänger" dringend brauchen könnte, gibt das verdammte Ding seinen Geist auf! Naja, gehe ich halt selbst Ruder! Ich habe ja alles was ich brauche im Cockpit. Bananen, 2 weitere Nutellabrote, Wasser, Zigaretten und das IPad zum Navigieren. Mein Handy, um Fotos zu schießen, ist ohnehin immer dabei. Die Szenerie ist gewaltig! Dieses Seegebiet habe ich ja schon einige Male befahren, aber nie um diese Tageszeit! Genial! Schade, dass ich das mit niemandem teilen kann! Diese Pastellfarben am Himmel über den Kornaten! Toll!
Als ich nach gut 2/3 der Strecke, Vrgada, eine Insel die mir sehr gut aus meiner Motorboot-Zeit bekannt ist, passiere, DAS Highlight des Tages! Delfine! Irre! Ich kann es kaum glauben, dass mich diese auf meiner allerersten Einhandfahrt besuchen kommen! Danke! Vielen, vielen Dank!!! Das ist erst das zweite Mal, dass ich Delfinen in freier Natur begegne! Gerade jetzt hätte sich der Autopilot aber sowas von bezahlt gemacht. Ich muss leider an der Pinne stehen, und kann somit keine ordentlichen Fotos und Videos von diesen genialen Geschöpfen machen. Aber immerhin gibt es ein wenig Beweismaterial! Eine Delfinschule von mindestens 5 Tieren, schwimmt gemütlich geschätzte 100 Meter backbords von mir. Geil!
Nicht ahnend, dass es diesmal auch funktioniert, denke mir, lockst sie halt an, wie beim letzten Mal, und beginne ich zu jubeln und rufen! Sie tauchen immer wieder auf und ab, aber sie nähern sich. Ich rufe weiter! Noch lauter! Sie nähern sich weiter, bis sie schließlich eine Zeit lang neben dem Boot herschwimmen und sogar darunter durchtauchen! Herrlich! Wahnsinn! Und das an diesem, so schon so besonderen Tag! Vor dieser Insel, die die allererste Insel war, die ich als Skipper eines 6 Meter Motorbootes angelaufen bin! Und jetzt das hier! Ich werd verrückt! All die Mühe und Anstrengung, ja all die Sorgen der letzten beiden Monate und jetzt DAS hier! Geil! Danke! Ich sehe das als den Lohn, den ich mir gestern noch erbeten habe!
Weit ist es nicht mehr bis Biograd, so treibe ich um 09:40 schon vor der Hafeneinfahrt der Marina Kornati. Ich bringe die Fender aus und belege die Festmacherleinen an den vorlichen Klampen! Dann melde ich mich noch telefonisch beim MarinaOffice und bekomme eine ungefähre Angabe, wo mein Liegeplatz denn sein könnte! Es würde ein Mariniero auf mich warten! OK! Na dann schauma mal ....
Es kann losgehen! Endspurt! Jetzt nur keinen Fehler mehr machen! Ich drossle Tinas Motor! Standgas! Wir gleiten durch die Hafeneinfahrt und als ich schon fast am Ende der "Hauptverkehrsstraße" der riesigen Marina bin, winkt mir ein Mann im weißen Polo. Das kann nur mir gelten! Er deutet in eine Richtung, in der ich zuerst gar keine weitere Boxengasse mehr vermute, aber doch - da geht's ja nochmal rum! Ich drehe nach steuerbord ab und biege ein! 30 Meter weiter steht schon wieder einer und winkt! Der selbe Mariniero. Ich soll nun in eine weitere Boxengasse abbiegen. Okay?! Na ob das gut geht! Es wird nun subjektiv gesehen immer enger! Am Molenkopf des Steges, nach dem ich rein soll, hängt eine in Österreich geflaggte Bavaria 37. Jemand ist im Cockpit und schaut mir zu, wie ich stehend, mit der Pinne zwischen den Knien, etwas desorientiert vorüberfahre. Ich probier's: "Is do eh gnuag Plotz? Der hätt ma do eina deit!" Und siehe da! Ich bekomme ein freundliches: "Jo, san eh nu 2 Plätz frei! Ganz vurn!" zurück! Danke! Das dämpft mein Gefühl der Unsicherheit, den winkenden Menschen missverstanden haben zu können. Also ziehe ich an der Pinne und gleite in die hoffentlich letzte Boxengasse dieses Irrgartens. Ganz im letzten Eck steht er dann, der Herr, der mich auf seinem Fahrrad, von Steg zu Steg sprintend, hier herein gelotst hat! Das Anlegemanöver funktioniert einwandfrei! Wie fast alle Marinieros, ist auch dieser junge Mann äußerst freundlich, ruhig und hiflsbereit. Ich übergebe ihm die Schiffspapiere und er zeigt mir noch die Wege zu den Sanitäranlagen und zur Rezeption. Dann zieht er ab. Schade! Hätte gerne mit jemandem ein Anlegerbier auf meine gelungene erste Einhandfahrt getrunken!
Ich bringe das Landstromkabel aus, montiere den Cockpittisch und setze mich allein mit einem Bier hin. In diesem Moment schlendert der österreichische Typ vom Molenkopf an Tina vorbei! "So früh schon?!" meint er! "Naja, ich bin seit halb 4 auf und seit 5 unterwegs!" "OK, dann geht das!" Er lacht! Ich bitte ihn herauf zu mir! Schließlich habe ich eine Kühlbox voll kühlem Bier! Er zögert kurz, lässt sich dann aber zu einem Frühstücksbier überreden! Wir unterhalten uns gut! Ich erfahre, dass er seit 3 Jahren, von März bis Oktober hier auf dem Schiff lebt, sein Boot jedoch dieses Jahr nach Korfu überstellen möchte, um sich von dort aus, dann weiter nach Sizilien - und eventuell weiter! - vorzuarbeiten. Super! So weit wär ich auch schon gern! Ich muss wohl noch ein paar Jährchen arbeiten, bevor ich diesen Traum ebenfalls leben kann!
Nachdem ich die Duschen aufgesucht habe, will ich die Distanzen hier in der Marina checken. Ich liege mit Tina in der Marina Süd - die Schulschiff-Flotte in der Zentral-Marina. Es ist wohl ein ganz schönes Stück zu gehen, ganz rum um den Hafen! Obwohl ich nicht viel gegessen habe, war ich schon Tage lang nicht mehr so hungrig wie heute! Ist es die Anspannung die abfällt? Oder doch die Seeluft? Ich beschließe die Gehzeit zum Steg, an dem die Schulschiffe liegen, zu stoppen, in dem ich das Marina-Restaurant aufsuche, welches genau vor jenem Steg liegt! Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Das Restaurant, und somit die Ausbildungs-Basis, erreiche ich in 10 Minuten flotten Gehens! Passt! Ich esse vorzüglich und gehe dann wieder zurück zu Tina, um ein wenig zu schreiben.
15:00 Uhr: Auf der Terrasse des Marina-Restaurants sehe ich Alex, den Chef. Den frag ich gleich mal, welchem der beiden Schulungsschiffe ich zugeteilt bin. Es ist die "Athi". Der Skipper seie schon an Bord! Also suche ich gleich mal das genannte Schiff! Da ist niemand im Cockpit! Eigentlich soll man ja nicht ungefragt auf ein Boot gehen, aber in diesem Fall .... ich steige über und finde den offensichtlichen Skipper am Boden des Salons rumkriechen. "Hallo, ich bin der Max! Ich komme zur FB2 Ausbildung!". Der Mensch, dessen "Maurer-Dekolleté" ich eben noch zu Gesicht bekommen habe, blickt zu mir auf! "Servus, ich bin der Stefan! Mach mich grad ein wenig mit dem Schiff vertraut." "Gut, dann kann ich ja gleich mitmachen!" "Jo sicher!" Stefan wirkt etwas gestresst. Dürfte eben erst angekommen sein. Er huscht durch den Salon, raus ins Cockpit, an Deck, wieder zurück, wieder rauf! Immer irgendwelche Dinge checkend! Innerlich schmunzle ich! Irgendwoher kenn ich das! Ich warte auf Anweisungen, darf aber vorerst nur rumstehen!
Dann werde ich endlich mal eingeteilt! Wir wechseln eine Genua-Shot und kappen die marode Leine in insgesamt 12 kurze Stücke, zum Knoten üben! Stefan hat nun schon auf Lehrmodus umgeschaltet und zeigt mir auch gleich mal eine Version des Palstek, die ich noch nicht kannte! Den "Gesteckten-Palstek"! Den muss ich zwar erst verinnerlichen, aber dürfte echt viel einfacher und schneller (in manchen Fällen, somit sicherer) zu knüpfen sein. Danke! Dann kommt auch noch Michi, einer der anderen FB2 Trainer, mit dem ich letzten Herbst gemeinsam das ISAF Offshore Survival Training absolviert habe, vorbei! Ich meine, ich hätte gehofft, ihn als Trainer zu haben, aber der Bayer (Skipper Stefan) sei ja anscheinend auch ein "klasser Bursch", was er mir bestätigt! Aber wir werden uns in der nächsten Woche sicher das eine oder andere Mal treffen um gemeinsam das eine oder andere Bier zu trinken! Ich mag den Michi! Tiroler! Alpenskipper quasi! Ebenfalls RYA Yachtmaster Ocean - was "höheres" gibt's nimmer! Ein sympathischer Typ. Ebenfalls Raucher!
Dann trudelt auch schon der Rest der Crew ein und es geht los! Vorstellungsrunde, Sicherheitseinweisung, Deck-Walk, ... das übliche Programm halt! Nach einer Runde "Lassowerfen" beendeten wir den ersten Trainingstag mit einem Kroatischen Cola (Karlovacko Bier) im Cockpit von "Athi", der Dufour Grand Large 460, mit der ich morgen schon fahren darf!
Was für ein Tag! Irre viel passiert heute! Vor nicht mal 19 Stunden habe ich in Jezera abgelegt, einen wahnsinnig tollen Sonnenaufgang und eine einzigartige Morgenstimmung, allein auf dem Meer erleben dürfen, eine tolle Begegnung mit Delfinen gehabt und einige nette Menschen kennengelernt! Ich sage danke und freue mich schon auf morgen! Bin gespannt, was Skipper Stefan noch so zu erzählen hat! Gute Nacht!
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