Wie auch schon an den letzten Tagen, sitze ich am Strand. Am Boot ist es definitiv zu heiß um sich entspannen zu können. Habe mir mein Strandlager wieder neben dem Kiosk mit der freundlichen Verkäuferin aufgeschlagen. Hier habe ich meine eigene Ecke zwischen der Seitenwand des Kiosks und der Natursteinmauer, die den Strand zu den Gärten der Ferienhäuser hin abgrenzt und mir zumindest ab 14:30 Uhr einen, einen halben Meter breiten Schattenstreifen spendet.
Ich mache jetzt schon fast 1 Woche "Urlaub", wenn man das in meinem Fall so bezeichnen kann. Ich, ne Woche am Strand!? War ich doch eigentlich nie so der Strand-Typ! Es war mir immer irgendwie zu langweilig. Ich brauchte immer ein wenig Action. Und jetzt gehe ich schon den 5. Tag in Folge hin!? Alleine!? Wahrscheinlich brauche ich jetzt GENAU DAS!
Es tümmeln sich nun zwar von Tag zu Tag mehr Menschen hier am Strand, aber es ist immer noch bedeutend ruhiger, als ich das von meinen Strandurlauben in der Hochsaison kenne. Ist es diese Ruhe, die mich immer wieder hinzieht? Das einfach mal nichts tun müssen und für nichts verantwortlich zu sein? Und warum wird mir nicht langweilig, wo ich es doch in der Vergangenheit keine 2 Tage am Stand ausgehalten habe?! Ich mache nicht viel. Gehe jeden Tag 2-3 Mal für eine Zeit ins Wasser und lasse mich einfach treiben, hole mir mal ein Eis, einen Cappuccino oder ein kühles Blondes. Hin und wieder schreibe ich auch ein paar Zeilen aber die meiste Zeit denke ich einfach nach. "Sinniere" vor mich hin...
Wie wird diese Geschichte, die ich gerade schreibe, die Geschichte meines Lebens, wohl enden? Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht! Fehlt mir die Kreativität, die Lösungen, die da draußen sicher auf mich warten, zu sehen? Oder bin ich immer noch zu sehr in alten Konditionierungen gefangen, die diese Geschichte wohl zu einem unspektakulären, weder MICH noch den Leser, der unter Umständen gefallen an der Geschichte findet, unbefriedigenden Ergebnis, quasi einem "Unhappy-End", bringen wollen?
Ich glaube an Kreativität mangelt es mir nicht. Eher an der Motivation, der Kraft, einen weiteren großen Schritt in eine unsichere Zukunft zu gehen. Wenn ich "unsicher" schreibe, dann meine ich das eigentlich nur im Sinne von finanziell unsicher! Bei allem anderen bin ich mir (fast) sicher! Ich WEIß, dass mir manche Versionen einer möglichen Zukunft mehr Erfüllung bringen würden, als das, mit dem ich mich in letzter Zeit, ja die letzen Jahrzehnte konfrontieren musste. Ich glaube ich weiß, was ich will, was ich kann, wo meine Grenzen sind, was ich noch alles interessantes lernen möchte und vor allem WOFÜR MEIN HERZ BRENNT. Nur getraue ich mir das, als gelernter Wohlstandsgesellschaftler und jemand, der leider immer noch zu viel Wert darauf legt, was andere von ihm denken könnten, oft selbst nicht einzugestehen.
Klar gibt es auch Momente des Selbstzweifels. Wer mich kennt, weiß dass ich eben mal so bin! Aber diese sind, wenn man sich ansieht, was ich in den letzten Monaten in die Wege geleitet, organisiert, repariert, erlebt und vor allem gelernt und duchgestanden habe, wohl eh unangebracht! Ich glaube, wenn man etwas so richtig gern macht, mit all seiner Leidenschaft, dann kann man es nur gut machen. Und wenn man etwas gut macht, sollte sich doch auch ein gewisser Erfolg einstellen! Und das ist jetzt nicht mal nur so dahingeträumt, sondern eigentlich die logische Folge, oder? Was meint ihr?
An Austrian guy's sailing, boat refitting and liveaboard experiences
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15.06.2019 - Nur so dahingeträumt?
Labels: Segeln, EOL30, Sotas Botvarv, Dalmatien
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13.06.2019 - Gleiten statt hetzen
Ich starte in den Tag, indem ich zum wiederholten Male versuche einen "segelbaren" Turn, für die vorerst letzte Woche, die ich hier alleine verbringen werde, auszuarbeiten. Es weht kein wirklich brauchbarer Wind und das Bisschen bewegte Luft, dass es in den nächsten Tagen geben wird, wird lt. Prognosen aus irgendwelchen wechselnden Richtungen kommen. Die eineinhalb Tage öde Einhand-Motorfahrt während des letzten Turns reichen mir für's Erste. Bei dieser Affenhitze tue ich mir keinen 18 PS Motorboot Turn mehr an!
So launche ich das Dinghy und rudere einkaufen. Wenigstens ein wenig Bootfahren. Noch ist es nicht zu heiß zum Rudern! So setze ich über zum ULTRA-Markt, quer über das Hafenbecken. Mein Dinghy besteht aus einigen separaten, aufblasbaren Kammern, die unten rum quasi einen "Kiel" bilden! So lässt es sich relativ kursstabil rudern und gleitet auch super über die Wasseroberfläche. Mit meinem Edel-Dinghy schaffe ich die, lt. Navionics 0,1 NM zur Mole auf der gegenüberliegenden Hafenseite, wo ich mir einen freien Anlegeplatz zwischen den Fischerbooten suche, in wenigen Minuten.
Auf dem Rückweg kreuzen 2 Motorboote meinen hart angelegten Kurs zurück zu meinem Liegeplatz in der Marina und verhindern somit eine noch schnellere "Passage" quer über den Hafen. Grummel .... Ja, irgendwie bin ich immer auf der Suche nach neuen persönlichen Rekorden, wie es scheint! Ein Relikt aus 43 Jahren Leben in einer auf Leistung und Erfolg getrimmten Gesellschaft?
Nachdem ich die Hälfte des zuvor im Laden entstandenen Vanillestrudels verspeist habe, packe ich meinen Seesack. Strand-Handtuch, ein Packerl Marlboro Gold, Feuerzeug, Handy, Bargeld und eine der billigen Schaumstoffmatten, die ich vor ein paar Wochen für Tinas Cockpitbänke zugeschnitten habe, jedoch noch nicht wirklich in Verwendung hatte. Auch ich lerne irgendwann mal dazu! 2 Tage lang habe ich mir auf dem Schotter den Arsch wundgesessen. Das konnten die jeweils 2 eiskalten Bierchen, die ich am Kiosk erstehen konnte und im glasklaren Wasser sitzend zu mir genommen habe, auch nicht ausgleichen. Nein, heute werde ich so weich sitzen, wie die Prinzessin auf der Erbse damals wohl gebettet worden ist.
Obendrein packe ich noch ein Notizbuch in den knallroten Seesack mit der Aufschrift "MAX", welchen ich sonst für mein Ölzeug verwende. Ich habe lange nichts mehr geschrieben. Die Zeit war wahrscheinlich zu turbulent?! Ich habe einige spannende und entspannende, aufregende sowie langweilige und auch recht "prekäre" Erlebnisse gehabt, Besuch empfangen und auch ein paar wirklich nette Boots-Nachbarn kennengelernt. Manfred und Gabi aus der Steiermark, sowie Wolfgang und Ingrid aus meiner Heimat, dem Waldviertel. Die Steirer sind Motorbootfahrer, die Waldviertler Segler wie ich. So gibt es natürlich mit beiden Pärchen allerhand Stoff für nette und lehrreiche Gespräche. Die 4 sind wirklich sehr lieb, und vom, ich glaube, selben Menschenschlag wie ich!
Frage mich, ob es immer dieselbe Art von Mensch ist, die die Freiheit und Ruhe, aber auch das Abenteuer auf dem Meer sucht!? Wahrscheinlich ist es so. Ich habe hier unter den Eignern noch keinen kennengelernt, der nicht freundlich, hilfsbereit, herzlich, offen für Neues und die Ansichten anderer wäre.
Auch die Einheimischen sind größtenteils mega entspannt! So eine Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden, kenne ich von zu Hause ebenfalls nicht. Hier wird einem oft für wenig Geld geholfen. Luka hat mir zum Beispiel bei Vielem, wie etwa bei der Organisation des neuen Dinghy-Motors geholfen, ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Die Menschen haben hier oft nicht viel! Sie hätten meine in den vergangenen Monaten oft missliche Lage schamlos ausnützen können, um so ein wenig vom Kuchen der mitteleuropäischen Wohlstandsgesellschaft abzubekommen, aber sie taten es nicht! Warum? Ist das pure Nächstenliebe? Vielleicht! Ich denke aber, dass der Grund darin liegt, dass die Leute hier, mit dem was sie haben, doch meist "gut" über die Runden kommen und nicht zwanghaft immer mehr wollen!
Das macht vermutlich den Unterschied! Wir Mitteleuropäer sind auf permanentes Wachstum (leider nicht auf persönliches Wachstum, sondern wirtschaftlich gesehen) gedrillt. Höhere Gewinne, mehr Einkommen, eine bessere Position, ... es ist ein permanenter Kampf um mehr; und das zu Kosten unseres Lebens! Wenn wir uns ehrlich sind: Arbeiten wir nicht nur deshalb so viel und verbissen, damit wir es uns eines Tages im Ruhestand gut gehen lassen können? Damit wir dann genug auf der Seite haben, um das zu tun, was wir immer schon wollten? Mit 65!? Die nach den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geborenen wohl erst mit 70 Lebensjahren?! Bis dahin üben wir tagtäglich eine Tätigkeit aus, die uns womöglich gar keine Erfüllung bringt, nur um den entsprechenden Reichtum anzuhäufen, damit wir in Rente endlich zu leben beginnen können!
Es muss doch schön sein, wenn man nicht permanent IMMER MEHR wollen muss, sondern mit dem, was man hat, zufrieden sein kann. Viele von den Leuten hier haben vermutlich kein dickes Bankkonto. Trotzdem wirken sie meist weitaus glücklicher und vor allem entspannter als wir, weil sie vermutlich nicht so dem Reichtum und wirtschaftlichen Erfolg hinterherhetzen wie wir und vor allem mehr von jenem kostbaren Gut haben, welches uns so abgeht: ZEIT! Zeit für sich und die Dinge die man gerne tut. Zeit für Freunde und Familie. Diese entspannte Herzlichkeit, mit welcher die Leute hier feierabends am Strand mit ihren Kindern im Wasser spielen! So etwas findet man in Mitteleuropa selten.
Wir sind so in unserem Hamsterrad gefangen, verblendet von falschen Führern, den falschen Idolen, von dem, was uns tagtäglich einzureden versucht wird, was wir nicht alles haben, schaffen oder erreichen müssen, sodass wir eine vollkommen verzerrte Sichtweise auf das, was LEBEN eigentlich bedeutet, entwickelt haben.
Die Realität ist die: Wir werden alle sterben!!! Durchschnittlich stehen einem jeden von uns rund 80 Lebensjahre zur Verfügung. 60-70 davon - wenn man Kindheit/Schule/Studium/Ausbildung abzieht, bleiben immer noch 40-50 - machen wir etwas, was wir unter Umständen gar nicht wollen, nur um dann im Alter vielleicht 10, bestenfalls 20 Jahre lang endlich das tun zu können, was uns wirklich wichtig ist? Was uns Erfüllung bringt? Alter!? Wer ist so unmenschlich uns in ein System zu pressen, in welchem der Output, der wahre Gewinn nur in eine Richtung fließt; zu jenen, die ohnehin schon das meiste besitzen?! Ich denke diese Frage beantwortet sich von selbst...
Es bleibt eines jeden Menschen eigene und freie Entscheidung, bei diesem System mitzumachen, oder sich für einen anderen, entspannteren, weniger auf die ferne Zukunft, sondern vielmehr auf das Jetzt ausgelegten Lebensweg zu entscheiden. Inmitten unserer konsumgesteuerten, aus zu Egoisten erzogenen Menschen bestehenden Gesellschaft, ist es schwer, aber nicht unmöglich einen alternativen Lebensweg zu bestreiten. Wo anders ist es vielleicht leichter. Vielleicht an einem Ort, wo dem wohlkonditionierten Mitteleuropäer etwas vorgelebt wird, was eher auf das Hier und Jetzt, auf das wahre Leben ausgerichtet ist? Wo man nicht als faul abgestempelt wird, wenn man weniger schafft, dafür aber mehr lebt?!
Ich weiß es nicht! Und wie so oft weiß ich nicht, was ich will! Will ich zurück ins Hamsterrad und genauso weitermachen wie bisher? Oder mit weniger auskommen müssen, dafür aber ZEIT haben und das tun können, was mich erfüllt? Gibt es einen Mittelweg? Ich denke, den muss es geben. Auf unserer Reise von A nach B, also von Geburt zu Tod haben wir zwischendurch viele Möglichkeiten irgendwo vom Konsum-Highway abzufahren und die Landstriche abseits zu erkunden, ja zu ER-leben! Viele nützen diese Möglichkeit nicht. Legen ihre Scheuklappen niemals ab. Manche machen nur einen kurzen Abstecher ins "Outback" des wirklichen Lebens, entscheiden sich dann aber wieder auf den Highway aufzufahren und bei dieser irrwitzigen Rauschefahrt gegen die Wand (es WIRD krachen! Das ist so sicher wie das Amen im Gebet!) weiter mitzumachen. Andere zieht das, was sich eher nach LEBEN anfühlt, denn das was sie bisher als "gutes Leben" vorgegaukelt bekamen, derart an, dass sie nach einer Alternative zum Leben im Hamsterrad, auf beschriebenem Highway suchen. Ich denke, einer von denen bin ich ....
So launche ich das Dinghy und rudere einkaufen. Wenigstens ein wenig Bootfahren. Noch ist es nicht zu heiß zum Rudern! So setze ich über zum ULTRA-Markt, quer über das Hafenbecken. Mein Dinghy besteht aus einigen separaten, aufblasbaren Kammern, die unten rum quasi einen "Kiel" bilden! So lässt es sich relativ kursstabil rudern und gleitet auch super über die Wasseroberfläche. Mit meinem Edel-Dinghy schaffe ich die, lt. Navionics 0,1 NM zur Mole auf der gegenüberliegenden Hafenseite, wo ich mir einen freien Anlegeplatz zwischen den Fischerbooten suche, in wenigen Minuten.
Auf dem Rückweg kreuzen 2 Motorboote meinen hart angelegten Kurs zurück zu meinem Liegeplatz in der Marina und verhindern somit eine noch schnellere "Passage" quer über den Hafen. Grummel .... Ja, irgendwie bin ich immer auf der Suche nach neuen persönlichen Rekorden, wie es scheint! Ein Relikt aus 43 Jahren Leben in einer auf Leistung und Erfolg getrimmten Gesellschaft?
Nachdem ich die Hälfte des zuvor im Laden entstandenen Vanillestrudels verspeist habe, packe ich meinen Seesack. Strand-Handtuch, ein Packerl Marlboro Gold, Feuerzeug, Handy, Bargeld und eine der billigen Schaumstoffmatten, die ich vor ein paar Wochen für Tinas Cockpitbänke zugeschnitten habe, jedoch noch nicht wirklich in Verwendung hatte. Auch ich lerne irgendwann mal dazu! 2 Tage lang habe ich mir auf dem Schotter den Arsch wundgesessen. Das konnten die jeweils 2 eiskalten Bierchen, die ich am Kiosk erstehen konnte und im glasklaren Wasser sitzend zu mir genommen habe, auch nicht ausgleichen. Nein, heute werde ich so weich sitzen, wie die Prinzessin auf der Erbse damals wohl gebettet worden ist.
Obendrein packe ich noch ein Notizbuch in den knallroten Seesack mit der Aufschrift "MAX", welchen ich sonst für mein Ölzeug verwende. Ich habe lange nichts mehr geschrieben. Die Zeit war wahrscheinlich zu turbulent?! Ich habe einige spannende und entspannende, aufregende sowie langweilige und auch recht "prekäre" Erlebnisse gehabt, Besuch empfangen und auch ein paar wirklich nette Boots-Nachbarn kennengelernt. Manfred und Gabi aus der Steiermark, sowie Wolfgang und Ingrid aus meiner Heimat, dem Waldviertel. Die Steirer sind Motorbootfahrer, die Waldviertler Segler wie ich. So gibt es natürlich mit beiden Pärchen allerhand Stoff für nette und lehrreiche Gespräche. Die 4 sind wirklich sehr lieb, und vom, ich glaube, selben Menschenschlag wie ich!
Frage mich, ob es immer dieselbe Art von Mensch ist, die die Freiheit und Ruhe, aber auch das Abenteuer auf dem Meer sucht!? Wahrscheinlich ist es so. Ich habe hier unter den Eignern noch keinen kennengelernt, der nicht freundlich, hilfsbereit, herzlich, offen für Neues und die Ansichten anderer wäre.
Auch die Einheimischen sind größtenteils mega entspannt! So eine Hilfsbereitschaft gegenüber Fremden, kenne ich von zu Hause ebenfalls nicht. Hier wird einem oft für wenig Geld geholfen. Luka hat mir zum Beispiel bei Vielem, wie etwa bei der Organisation des neuen Dinghy-Motors geholfen, ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten. Die Menschen haben hier oft nicht viel! Sie hätten meine in den vergangenen Monaten oft missliche Lage schamlos ausnützen können, um so ein wenig vom Kuchen der mitteleuropäischen Wohlstandsgesellschaft abzubekommen, aber sie taten es nicht! Warum? Ist das pure Nächstenliebe? Vielleicht! Ich denke aber, dass der Grund darin liegt, dass die Leute hier, mit dem was sie haben, doch meist "gut" über die Runden kommen und nicht zwanghaft immer mehr wollen!
Das macht vermutlich den Unterschied! Wir Mitteleuropäer sind auf permanentes Wachstum (leider nicht auf persönliches Wachstum, sondern wirtschaftlich gesehen) gedrillt. Höhere Gewinne, mehr Einkommen, eine bessere Position, ... es ist ein permanenter Kampf um mehr; und das zu Kosten unseres Lebens! Wenn wir uns ehrlich sind: Arbeiten wir nicht nur deshalb so viel und verbissen, damit wir es uns eines Tages im Ruhestand gut gehen lassen können? Damit wir dann genug auf der Seite haben, um das zu tun, was wir immer schon wollten? Mit 65!? Die nach den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts geborenen wohl erst mit 70 Lebensjahren?! Bis dahin üben wir tagtäglich eine Tätigkeit aus, die uns womöglich gar keine Erfüllung bringt, nur um den entsprechenden Reichtum anzuhäufen, damit wir in Rente endlich zu leben beginnen können!
Es muss doch schön sein, wenn man nicht permanent IMMER MEHR wollen muss, sondern mit dem, was man hat, zufrieden sein kann. Viele von den Leuten hier haben vermutlich kein dickes Bankkonto. Trotzdem wirken sie meist weitaus glücklicher und vor allem entspannter als wir, weil sie vermutlich nicht so dem Reichtum und wirtschaftlichen Erfolg hinterherhetzen wie wir und vor allem mehr von jenem kostbaren Gut haben, welches uns so abgeht: ZEIT! Zeit für sich und die Dinge die man gerne tut. Zeit für Freunde und Familie. Diese entspannte Herzlichkeit, mit welcher die Leute hier feierabends am Strand mit ihren Kindern im Wasser spielen! So etwas findet man in Mitteleuropa selten.
Wir sind so in unserem Hamsterrad gefangen, verblendet von falschen Führern, den falschen Idolen, von dem, was uns tagtäglich einzureden versucht wird, was wir nicht alles haben, schaffen oder erreichen müssen, sodass wir eine vollkommen verzerrte Sichtweise auf das, was LEBEN eigentlich bedeutet, entwickelt haben.
Die Realität ist die: Wir werden alle sterben!!! Durchschnittlich stehen einem jeden von uns rund 80 Lebensjahre zur Verfügung. 60-70 davon - wenn man Kindheit/Schule/Studium/Ausbildung abzieht, bleiben immer noch 40-50 - machen wir etwas, was wir unter Umständen gar nicht wollen, nur um dann im Alter vielleicht 10, bestenfalls 20 Jahre lang endlich das tun zu können, was uns wirklich wichtig ist? Was uns Erfüllung bringt? Alter!? Wer ist so unmenschlich uns in ein System zu pressen, in welchem der Output, der wahre Gewinn nur in eine Richtung fließt; zu jenen, die ohnehin schon das meiste besitzen?! Ich denke diese Frage beantwortet sich von selbst...
Es bleibt eines jeden Menschen eigene und freie Entscheidung, bei diesem System mitzumachen, oder sich für einen anderen, entspannteren, weniger auf die ferne Zukunft, sondern vielmehr auf das Jetzt ausgelegten Lebensweg zu entscheiden. Inmitten unserer konsumgesteuerten, aus zu Egoisten erzogenen Menschen bestehenden Gesellschaft, ist es schwer, aber nicht unmöglich einen alternativen Lebensweg zu bestreiten. Wo anders ist es vielleicht leichter. Vielleicht an einem Ort, wo dem wohlkonditionierten Mitteleuropäer etwas vorgelebt wird, was eher auf das Hier und Jetzt, auf das wahre Leben ausgerichtet ist? Wo man nicht als faul abgestempelt wird, wenn man weniger schafft, dafür aber mehr lebt?!
Ich weiß es nicht! Und wie so oft weiß ich nicht, was ich will! Will ich zurück ins Hamsterrad und genauso weitermachen wie bisher? Oder mit weniger auskommen müssen, dafür aber ZEIT haben und das tun können, was mich erfüllt? Gibt es einen Mittelweg? Ich denke, den muss es geben. Auf unserer Reise von A nach B, also von Geburt zu Tod haben wir zwischendurch viele Möglichkeiten irgendwo vom Konsum-Highway abzufahren und die Landstriche abseits zu erkunden, ja zu ER-leben! Viele nützen diese Möglichkeit nicht. Legen ihre Scheuklappen niemals ab. Manche machen nur einen kurzen Abstecher ins "Outback" des wirklichen Lebens, entscheiden sich dann aber wieder auf den Highway aufzufahren und bei dieser irrwitzigen Rauschefahrt gegen die Wand (es WIRD krachen! Das ist so sicher wie das Amen im Gebet!) weiter mitzumachen. Andere zieht das, was sich eher nach LEBEN anfühlt, denn das was sie bisher als "gutes Leben" vorgegaukelt bekamen, derart an, dass sie nach einer Alternative zum Leben im Hamsterrad, auf beschriebenem Highway suchen. Ich denke, einer von denen bin ich ....
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08.06.2019 - Marina Veli Rat / Dugi Otok => Konoba BAIN / Otok Zut ... "Der Fast-Hitzetod auf See"
Heute will ich wieder zurück Richtung Süd-Osten, nach Zut zur Konoba BAIN. Leider finde ich absolut keinen Wind vor, also muss ich motoren. Es folgt eine extrem langwierige und langweilige Motorfahrt. Ich muss mit meinem 18 PS Motor gegen die Strömung an und schaffe somit maximal 3,5 Knoten Speed. Uff! Noch dazu ist es brütend heiß und ich habe nicht mal Segel gehisst, die ein wenig Schatten spenden würden.
Zumindest muss ich unter Motorfahrt nicht auf meine Batterien achten, so kann ich mit lauter Musik das Motorengeräusch übertönen und mich ein wenig bei Laune halten.
Ich rufe in der Konoba an und reserviere mir einen der 4 Plätze an der Mole. Ich solle, wenn ich einlaufe, "nur kurz anrufen", dann würde jemand kommen, um mir beim Anlegen zu helfen. Passt, denn alleine elegant und stylish am Steg mit Murings anzulegen, ist schwer bis unmöglich und für Hafenkino möchte ich auch nicht gerade sorgen.
Als ich in die Bucht einlaufe, hängen schon ein paar Yachten an den Bojen, die vor dem Steg ausgelegt sind. Wie vereinbart, rufe ich in der Konoba an! Niemand hebt ab! So arbeite ich mich durch das Gewirr von Schiffen und freien Bojen vor bis zum Steg und lasse mich davor treiben. Es ist wohl offensichtlich, dass ich anlegen will und ich mache mich auch durch Winken bei den auf der Terrasse der Konoba sitzenden Personen bemerkbar. Niemand will mir helfen! Ein Deutscher mit einer riesigen Motoryacht, der an einer der Bojen hängt, erkennt meine Lage und meint, ob er nicht sein Dinghy launchen, an Land fahren und meine Leinen entgegen nehmen soll! Doch ich winke ab!
Bin müde, total überhitzt, wieder mal sauer und entschließe mich an einer Boje anzulegen. Mein, wiederum äußerst elegantes Bojenmanöver, sowie die herrliche Bucht in der ich nun festgemacht habe, heben meine Stimmung jedoch bald wieder an.
Nachdem ich mich ein wenig abgekühlt habe, launche ich das Dinghy und setze zur Konoba über. Dort treffe ich auf eine Mostviertler Seglerpartie, mit der ich mich super unterhalte und einen langen, feucht-fröhlichen Abend verbringe.
Zumindest muss ich unter Motorfahrt nicht auf meine Batterien achten, so kann ich mit lauter Musik das Motorengeräusch übertönen und mich ein wenig bei Laune halten.
Ich rufe in der Konoba an und reserviere mir einen der 4 Plätze an der Mole. Ich solle, wenn ich einlaufe, "nur kurz anrufen", dann würde jemand kommen, um mir beim Anlegen zu helfen. Passt, denn alleine elegant und stylish am Steg mit Murings anzulegen, ist schwer bis unmöglich und für Hafenkino möchte ich auch nicht gerade sorgen.
Als ich in die Bucht einlaufe, hängen schon ein paar Yachten an den Bojen, die vor dem Steg ausgelegt sind. Wie vereinbart, rufe ich in der Konoba an! Niemand hebt ab! So arbeite ich mich durch das Gewirr von Schiffen und freien Bojen vor bis zum Steg und lasse mich davor treiben. Es ist wohl offensichtlich, dass ich anlegen will und ich mache mich auch durch Winken bei den auf der Terrasse der Konoba sitzenden Personen bemerkbar. Niemand will mir helfen! Ein Deutscher mit einer riesigen Motoryacht, der an einer der Bojen hängt, erkennt meine Lage und meint, ob er nicht sein Dinghy launchen, an Land fahren und meine Leinen entgegen nehmen soll! Doch ich winke ab!
Bin müde, total überhitzt, wieder mal sauer und entschließe mich an einer Boje anzulegen. Mein, wiederum äußerst elegantes Bojenmanöver, sowie die herrliche Bucht in der ich nun festgemacht habe, heben meine Stimmung jedoch bald wieder an.
Nachdem ich mich ein wenig abgekühlt habe, launche ich das Dinghy und setze zur Konoba über. Dort treffe ich auf eine Mostviertler Seglerpartie, mit der ich mich super unterhalte und einen langen, feucht-fröhlichen Abend verbringe.
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